| 12.07 Uhr

Barca-Stürmer löst Gerangel im Spielertunnel aus
Suarez bedroht Gegenspieler: "Kommt nur her!"

FC Barcelona: Luis Suarez sorgt mal wieder für einen Eklat
Luis Suarez hat einmal mehr für einen Eklat gesorgt. FOTO: afp, PB/seb
Barcelona. Die Szene hatte etwas von einer Schlägerei unter Halbstarken. Luis Suarez, spätestens seit seiner Biss-Attacke bei der WM 2014 schlecht beleumundeter Superstar des FC Barcelona, stand oben an der Treppe zu den Kabinen des Camp Nou und schwang die Fäuste. "Ich warte hier auf euch", rief er den Spielern von Stadtrivale Espanyol nach dem 4:1 im Achtelfinal-Hinspiel des spanischen Königspokals zu, "kommt nur her, ihr seid Abfall!"

Dann knallte es. Und dies geht nicht etwa aus dem Bericht irgendeines spanischen Revolverblättchens hervor, sondern aus dem von Schiedsrichter Juan Martinez Munuera. Der schrieb in die Spalten unter "otra observaciones" (andere Beobachtungen) über diesen Vorfall.

Deshalb ist verbürgt, dass am Dreikönigstag im Spielertunnel nicht etwa verspätet "Weihnachtslieder" gesungen wurden, wie Barca-Trainer Luis Enrique behauptete. Sondern, dass der Drohung von Suarez Taten folgten. Enrique, dessen Kollege Constantin Galca von Espanyol und Sicherheitsleute hätten schlichtend eingreifen müssen, heißt es in den Ausführungen des Referees.

Dass Suarez (28) in bald 15 Monaten Barcelona erstmals negativ auffiel, lastete Enrique aber nicht etwa dem heißblütigen Uruguayer an – sondern Martinez Munuera. Der Unparteiische habe dem wild um sich tretenden Gegner zuvor zu viel durchgehen lassen, behauptete er. "Wenn jemand eine Grenze überschreitet, muss der Schiedsrichter für Ordnung sorgen", sagte Enrique.

Das aber tat der Unparteiische. Er zeigte den Gästen sieben Gelbe Karten, dazu kamen Gelb-Rot gegen Hernan Perez (72.) und Rot für Papa Diop (76.). Letzterer musste vom Feld, nachdem er die Mutter von Suarez mit absolut nicht jugendfreien Worten übelst beleidigt hatte. Auch das hielt der aufmerksame Martinez Munuera fest.

"Es gab doch kein Blut"

Rotsünder Diop spielte den Unschuldigen und wies beim Radiosender Cadena Ser darauf hin, dass Suarez mit den "palabrotas" (Schimpfwörtern) angefangen habe. Dass Espanyol "gewalttätig" agiere, wie von Barca seit dem umkämpften 0:0 in der Liga am vergangenen Samstag behauptet, wies er zurück. "Das sind Klassespieler. Wenn wir sie nicht berühren, machen sie, was sie wollen. Es gab doch kein Blut! Wenn wir gewollt hätten, hätten die das Spielfeld auf einer Bahre verlassen."

Das gelungene Debüt der Neuzugänge Arda Turan und Aleix Vidal für Barca geriet angesichts dieser Vorkommnisse in den Hintergrund. Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen musste früh hinter sich greifen, als Felipe Caicedo die Gäste in Führung brachte (9.). Doch der überragende Lionel Messi (13., 44.) drehte die Partie mit zwei Treffern noch vor der Pause.

Nach dem Seitenwechsel schossen Gerard Pique (49.) und Neymar (88.) einen beruhigenden Vorsprung für das Rückspiel am kommenden Mittwoch heraus. Dann, versprach Espanyols Gerard Moreno, werde es "ein weiteres intensives Derby" geben.

(sid)
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