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Vor Topspiel Barca gegen Atletico
Neymar verbreitet derzeit mehr Glanz als Messi

Neymar läuft mit Sohn ins Stadion ein
Neymar läuft mit Sohn ins Stadion ein FOTO: ap
Barcelona. Der FC Barcelona kann einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Im Spitzenspiel gegen Atletico Madrid bietet sich dem Titelverteidiger die Chance, die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Für Glanz bei den Katalanen sorgt derzeit nicht allein Messi.

Neymar ist der größte Dribbelkünstler in der spanischen Liga, er schießt mehr Tore als in den vergangenen Spielzeiten, seine Geniestreiche begeistern die Fans. Kein Spieler des FC Barcelona steht vor dem Spitzenspiel des Tabellenführers gegen den ersten Verfolger Atletico Madrid so sehr im Blickpunkt wie der Brasilianer - auch nicht der Weltfußballer Lionel Messi. In der Partie an diesem Samstag im Camp-Nou-Stadion bekommen es Neymar & Co.
mit der - mit Abstand - besten Abwehr der Primera Division zu tun.

Der Brasilianer ist immer für Überraschungen gut - auch außerhalb des Spielfeldes. Vor dem Schlagerspiel versetzte er den Anhängern einen kleinen Schrecken mit der Verbreitung eines Fotos, das sein geschwollenes rechtes Fußgelenk in einem kühlenden Verband zeigt. Die Blessur hatte er sich am Mittwoch bei Barcas 3:1-Sieg im Pokal gegen Athletic Bilbao zugezogen. Höchstwahrscheinlich wird Neymar aber gegen Atletico in der Startelf stehen.

Barca steht nach frühem Schock im Halbfinale FOTO: afp, LLG/tg

"Ich kann keine Pässe spielen, ich bin ein Dribbler. Da ist es klar, dass ich Tritte einstecken muss", sagte der 23-Jährige dem US-Sender beIN Sports. Kein Spieler in der spanischen Liga wird so häufig gefoult wie Neymar. Der Brasilianer sorgt aber auch für negative Schlagzeilen: Drei Tage nach dem Spiel gegen Atlético muss er wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei seinem Transfer vor einem Ermittlungsrichter aussagen.

Der Meister und Champions-League-Sieger steht vor der Chance, die Konkurrenz auf Distanz zu halten und einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung zu machen. Bei einem Sieg über Atlético läge Barca drei Punkte vor den Rot-Weißen und könnte den Vorsprung im Nachholspiel gegen Sportig Gijon sogar auf sechs Zähler ausbauen. Die Katalanen sind nach dem Ausscheiden von Real und Atletico Madrid im Pokal der einzige Klub in Spanien, der in dieser Saison das "Triple" von Meisterschaft, Pokal- und Champions-League-Sieg erreichen kann.

Neymar spielt nicht nur auf dem Platz die Gegner aus, sondern liefert sich auch ein "Dribbling" mit der Vereinsführung. Er verhandelt mit Barca über eine Gehaltsaufstockung und eine Verlängerung seines bis 2018 laufenden Vertrags. Presseberichten, wonach Real Madrid und Vereine in England an einer Verpflichtung des Brasilianers interessiert sein sollen, ließen die Barça-Fans aufschrecken. Da dürfte Neymars Aussage, dass er gerne einmal unter Pep Guardiola spielen wolle, kaum zur Beruhigung führen. "Guardiola ist ein Typ, den ich bewundere und mit dem ich gerne zusammenarbeiten würde", sagte der Stürmer im Interview auf der Red-Bull-Homepage.

Goldener Schuh: Europas beste Torjäger FOTO: dpa, yv cb hm

Gar so eilig hat es Neymar damit aber wohl nicht. "Ich bin glücklich in Barcelona. Ich habe noch viele Jahre bei Barça vor mir", sagte er, fügte dann aber vieldeutig hinzu: "Wir müssen uns alles ansehen. Solche Dinge sind schwer zu entscheiden." Nach Informationen der Zeitung "El Periodico" stehen der Klub und der Stürmer kurz vor einer Einigung. Danach laufen die Planungen bei den Katalanen darauf hinaus, dass Neymar in den kommenden Jahren für die Brillanz im Angriffsspiel der Blau-Roten sorgen und Messi mehr in die Position des Spielmachers rücken soll.

Für Atletico kommt das Spiel in Barcelona zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Madrilenen hatten sich bei ihrer 2:3-Pokalniederlage gegen Celta Vigo von einer Seite gezeigt, die man bisher bei ihnen nicht gekannt hatte. Ausgerechnet die Innenverteidigung um den Uruguayer Diego Godín, bis dahin der stärkste Mannschaftsteil, zeigte Schwächen. Und nun bekommt sie es mit dem gefürchteten Angriffstrio Neymar, Messi und Luis Suarez zu tun.

 

(dpa)
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