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Ex-Gladbacher will auch in Liga spielen
Ter Stegen fordert bei Barca Stammplatzgarantie

Foto-Porträt: Das ist Marc-Andre ter Stegen
Foto-Porträt: Das ist Marc-Andre ter Stegen FOTO: afp, JL/ql
Barcelona. Der deutsche Nationaltorwart Marc-André ter Stegen hat seinen Klub FC Barcelona unter Druck gesetzt. Der frühere Gladbacher fordert eine Stammplatzgarantie, ansonsten werde er die Katalanen vorzeitig verlassen.

Bei der Nationalmannschaft akzeptiert Marc-André ter Stegen klaglos seine Rolle als Nummer zwei, beim FC Barcelona hat der 24-Jährige nach zwei Jahren aber die Nase gestrichen voll von seiner Rolle als Teilzeitarbeiter. Unter der Woche forderte der frühere Gladbacher Torwart in Anwesenheit seines Beraters Gerd vom Bruch von den Barca-Verantwortlichen ein Stammplatzgarantie ein, ansonsten werde er trotz laufenden Vertrages bis 2019 den 24-maligen spanischen Meister vorzeitig verlassen.

"Das Ter-Stegen-Beben", titelte anschließend die in Barcelona ansässige Sporttageszeitung Sport und die in Madrid beheimatete Marca schrieb sogar vom "Krieg zwischen den Pfosten".

Denn ebenso wie ter Stegen hat auch dessen Rivale Claudio Bravo den Klub unter Druck gesetzt. Der 33 Jahre alte chilenische Nationaltorwart machte seinen Anspruch auf die Nummer eins ebenfalls deutlich und drohte wie auch sein Konkurrent mit einem Vereinswechsel.

"Wir gehen diese Sache mit absoluter Normalität an. Wir haben drei gute Torhüter. Alle stehen unter Vertrag und verhalten sich perfekt", sagte FCB-Trainer Luis Enrique, der den Machtkampf ums Tor bei seiner Mannschaft herunterspielt. Neben ter Stegen und Bravo steht noch Jordi Masip (27) unter Vertrag. Der frühere spanische Nationalspieler Enrique hatte in den vergangenen beiden Jahren in der Meisterschaft auf Bravo und fast nur in der Champions League oder im spanischen Pokalwettbewerb auf ter Stegen gesetzt.

Beide Keeper waren mit dieser Lösung aber offenbar äußerst unzufrieden, wie sich in diesem Sommer zeigt. "Sie sind beide sehr ehrgeizig, was ja auch gut ist. Ich mache mir aber keine Sorgen, dass einer den Verein verlässt", kommentierte Enrique äußerst gelassen das Sommertheater.

Pikant ist aber, dass beide Barca-Keeper mit einem angeblichen Angebot von Manchester City kokettieren. "Wenn ihr gehen wollt, dann zahlt die Ablösesumme!", soll der Vorstand des spanischen Meisters seinen wechselwilligen Keepern laut spanischen Medien nach deren Vorstößen jeweils entgegnet haben. Dies könnte zumindest bei ter Stegen, der für Barca lediglich sieben Ligaspiele in der Primera Division bestritt, zu einem Problem führen.

Die Ausstiegsklausel liegt beim früheren Mönchengladbacher bei 80 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer, also 96,8 Millionen, was selbst für Manchester City kein Pappenstiel ist. Bei den Citizens würde ter Stegen auf seiner Nationalmannschaftskollegen Ilkay Gündogan und Leroy Sane treffen, den die Citizens diese Woche für rund 50 Millionen Euro von Schalke 04 unter Vertrag nahmen. Für Bravo stehen vergleichsweise moderate 40 Millionen im Raum.

Wer letztendlich bei Enrique und Barcelona das Rennen macht, könnte sich bereits in den beiden Spielen um den spanischen Supercup (14. und 17. August) entscheiden. Für den Fall, dass anschließend Bravo oder ter Stegen ihre Drohung wahr machen, hat Barcelona angeblich schon vorgesorgt. Als Nummer zwei soll Barca bereits den Brasilianer Diego Alves vom FC Valencia ins Visier genommen haben.

(sid)
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