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Party der Schwester in Brasilien
Neymar holt sich zum zweiten Mal Gelb-Sperre, um Geburtstag zu feiern

Fotos: Neymar – Copa-Libertadores- und Champions-League-Sieger
Fotos: Neymar – Copa-Libertadores- und Champions-League-Sieger FOTO: ap, SI
Barcelona. Er ist einer der besten Fußballer der Welt, und offenbar auch einer der cleversten. Um mit seiner Schwester in Brasilien ihren Geburtstag zu feiern, holte sich Neymar vom FC Barcelona eine Sperre ab – genau wie im vergangenen Jahr. Von Christian Spolders

Der FC Barcelona konnte am vergangenen Spieltag gut auf einen seiner Stürmer verzichten. Die Partie bei der SD Eibar war ohnehin nur eine Pflichtaufgabe, die der Tabellenführer der Primera Division locker löste (4:0). Anstelle des Brasilianers stürmte Munir El Haddadi, er traf ebenso wie Lionel Messi und Luis Suarez.

Neymar feiert in Brasilien

Dass Neymar überhaupt fehlte, lag an einer Gelb-Sperre. Drei Tage zuvor holte er sich seine fünfte Gelbe Karte der Saison ab, drei Minuten vor dem Abpfiff der Partie bei Rayo Vallecano, wo Barca zu dem Zeitpunkt bereits 5:1 führte (gleichzeitig der Endstand). Statt seiner Mannschaft in Spanien die Daumen zu drücken, nutzte der 24-Jährige die Freizeit, um zu seiner Schwester Rafaella nach Brasilien zu fliegen und ihren 20. Geburtstag zu feiern.

Pikant: Im vergangenen Jahr war das Timing von Neymar ebenfalls ziemlich gut. Auch 2015 verpasste er die Partie bei der SD Eibar im März aufgrund einer Gelb-Sperre, um stattdessen nach Brasilien zum Geburtstag seiner Schwester zu fliegen.

Auch Piqué, Alonso und Barkero gesperrt

Provozierte Gelb-Sperren sind allerdings auch in Spanien nichts Neues. Gerard Piqué holte sich einst durch ziemlich langes Herauszögern eines Einwurfs eine Sperre ab, um sie in einem eher unwichtigen Spiel abzusitzen statt kurz darauf in der Partie gegen Real Madrid. Auch Xabi Alonso, damals noch Spieler bei Real, und Teamkollege Sergio Ramos holten sich in der Champions League absichtlich durch Zeitspiel Gelb-Rote Karten ab, um im Achtelfinale wieder dabei zu sein.

Einen ähnlichen Fall gab es auch schon von David Beckham im Jahr 2004, der mit England in der WM-Qualifikation eine Sperre provozierte, um diese in einer Verletzungspause abzusitzen. Der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter verurteilte das Verhalten als "enttäuschend und nicht dem eines Botschafters für Fußball und des Fairplay entsprechend".

"Mach' et, Otze"

Der bekannteste Fall bleibt vermutlich auf ewig der von Frank Ordenewitz. 1991 im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg animierte Erich Rutemöller, damals Trainer des 1. FC Köln, seinen Angreifer mit den Worten "Mach' et, Otze", sich die zweite Verwarnung im Spiel abzuholen und die damit verbundene Gelb-Rote Karte zeigen zu lassen. Somit wäre er nicht im Finale, sondern in der Bundesliga gesperrt gewesen. Der DFB erfuhr aber von der abgesprochenen Aktion und sperrte Ordenewitz dennoch für das Finale – Köln unterlag Werder Bremen im Elfmeterschießen.

In der Bundesliga wird aktuell gegen Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz von Werder Bremen ermittelt, weil sie sich in der Partie gegen Hannover 96 absichtlich verwarnen ließen, um das Spiel beim FC Bayern München zu verpassen, wie Junuzovic später zugab. "Es war abgesprochen, das gebe ich zu. Es ist besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue", sagte der Österreicher beim Pay-TV-Sender "Sky". Er hatte Gelb wegen Zeitspiels bekommen.

SV Darmstadt holte sich fünf Gelb-Sperren

Vor einigen Wochen hatten auch die Spieler des SV Darmstadt 98 mit einer ähnlichen Aktion für Aufsehen gesorgt. Gleich fünf Spieler kassierten gegen Bayer Leverkusen Verwarnungen, durch die sie das schwere Auswärtsspiel beim FC Bayern München statt eines direkten Duells mit einem Abstiegskonkurrenten verpassten. Vom DFB wurde kein Spieler noch zusätzlich gesperrt.

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