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Trotz Aus im spanischen Pokal: Real findet in Barcelona den Stolz wieder

zuletzt aktualisiert: 26.01.2012 - 16:23

Barcelona (RPO). Aus dem Pokal ausgeschieden, und trotzdem gewonnen. Titelverteidiger Real Madrid schied zwar im Pokal-Viertelfnale gegen Erzrivale FC Barcelona aus, verließ das Camp Nou aber erhobenen Hauptes. Die "Königlichen" um Star-Trainer Jose Mourinho fanden ausgerechnet in Barcelona ihren Stolz wieder.

Eines muss man Eladio Parames lassen: Der persönliche Sprecher von Star-Trainer Jose Mourinho weiß einfach, was sein Arbeitgeber einen Tag vor dessen 49. Geburtstag am dringendsten brauchte. "Colhoes como meloes", zu Deutsch: "Eier wie Melonen", sollte doch bitteschön Mourinhos Team im Viertelfinal-Rückspiel des spanischen Königspokals beim Erzrivalen FC Barcelona haben.

Zwar reichten die in bester Oliver-Kahn-Manier ausgesprochenen Wünsche auch dieses Mal nicht. Titelverteidiger Real musste nach dem 2:2 (0:2) im 250. Clasico die Pokal-Segel streichen. Doch Mourinho, Mesut Özil und Co. fühlten sich als Gewinner des Abends. Die Botschaft lautet: Die "Königlichen" sind wieder da!

"Wir gehen stolz nach Hause"

"Wir haben uns der Herausforderung gestellt und Fußball gespielt. Die ganze Welt hat das Spiel gesehen. Wir haben das phänomenal gemacht, und wir gehen stolz nach Hause. So können sich auch alle Madridistas fühlen", sagte Reals Schlussmann Iker Casillas: "Es wurde gesagt, dass Barca eine Stufe über uns steht, aber man hat gesehen, dass die Dinge ausgeglichener sind."

Hätten Gonzalo Higuain, Özil oder Cristiano Ronaldo ihre Riesenchancen in der ersten Hälfte genutzt, Real hätte den 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel wohl wettmachen und, mehr noch, das Klubideal des schönen, erfolgreichen und vorbildichen Fußballs endlich einmal umsetzen können. So aber konnten Cristiano Ronaldo (68.) auf Vorlage von Özil und Karim Benzema (72.) die Gegentore durch Pedro (43.) und Dani Alves (45.) nur egalisieren.

"Mehr Madrid als je zuvor"

Und dennoch: "Madrid war mehr Madrid als jemals zuvor", schrieb die renommierte Tageszeitung El Pais über die beherzte Vorstellung des Rekordmeisters. Erstmals in Mourinhos Regentschaft am Madrider Hofe hatte sich Real nicht versteckt, sondern attackierte von Beginn an mutig und spielte auf Augenhöhe. Real habe vor der Halbzeitpause eine "famose halbe Stunde" gespielt, "gekrönt von einem Rosenkranz an Torchancen". Barcelonas Ballkünstler um Weltfußballer Lionel Messi seien phasenweise "überfordert" gewesen, urteilte Spaniens größte Tageszeitung. "Wir waren nah dran. Uns hat nur dieses Extra gefehlt, aber ich glaube, man kann positive Schlüsse ziehen", sagte Reals Mittelfeldstratege Xabi Alonso.

Nachdem der selbst ernannte Vorzeigeklub in den letzten Clasicos arg gerupft worden war, dürfte die überraschend starke Vorstellung im Dauerduell der "beiden besten Klubs der Welt" (Barca-Sportdirektor Andoni Zubizarreta) auch dem in die Kritik geratenen Mourinho neuen Auftrieb geben. Zuletzt hatte es geheißen, "Don Unverzichtbar", wie die Sporttageszeitung AS den Portugiesen unlängst taufte, wolle trotz Vertrages bis 2014 schon im Sommer gehen. "Wir wissen alle, dass Mou ein außergewöhnlicher Trainer ist", sagte Real-Direktor Emilio Butragueno nun: "Wir waren kurz davor, Barca im Camp Nou zu schlagen. Aber der Fußball hat Real Madrid nicht belohnt."

"Hau ab und feier mit denen"

Ob die Risse im Verhältnis zwischen Trainer und Spielern aber wirklich durch die eine couragierte Vorstellung gekittet werden konnten, bleibt abzuwarten. Zuletzt hatten spanische Medien über einen heftigen Trainingsstreit mit Mannschaftskapitän Casillas und Stellvertreter Sergio Ramos berichtet. Auch die Fans hatten "The Special One" zuletzt im Bernabeu-Stadion ausgepfiffen.

Seit Mittwoch scheint nun manches neu zu sein, eines aber bleibt gleich: Denn wie in der Vergangenheit bekam auch dieses Mal der Schiedsrichter von Reals Seite sein Fett weg. Mourinho wollte sich einen Tag vor seinem 49. Geburtstag zwar selbst nicht die Hände schmutzig machen. Dafür sprangen andere ein. "Hau ab und feier mit denen", empfahl Casillas dem schwachen Unparteiischen Fernando Teixeira Vitienes.

Wichtiger aber war für Real etwas anderes. "Es ist nicht unmöglich, hier zu gewinnen", fasste Alonso die Erkenntnis des Abends zusammen.

Quelle: sid

 
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