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Real gegen Barca
Keine Nächstenliebe im "Christmas-Clasico"

Real Madrid vs. FC Barcelona: Keine Nächstenliebe im Clasico
Reals Sergio Ramos fährt Lionel Messi vom FC Barcelona in die Parade. FOTO: ap, PW
Barcelona. Einen Tag vor Heiligabend ist im Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid für Nächstenliebe kein Platz. Vor allem Real muss mit allen Mitteln um den Sieg kämpfen.

Lionel Messi will sich im Christmas-Clasico unbedingt "Weihnachten versüßen", sein ewiger Widersacher Cristiano Ronaldo hat natürlich was dagegen. Mehr noch: Er will Messi schon vor dem Anpfiff demütigen. Der Superstar von Real Madrid schlägt vor, dass der FC Barcelona unmittelbar vor dem Duell der Erzrivalen am Samstag (13.00 Uhr/DAZN) eine Ehrengasse für den frisch gekürten Klub-Weltmeister bildet.

"Es wäre schön, wenn Barcelona für uns Spalier stehen würde", sagt Ronaldo. In Spanien ist es Tradition, dass eine Mannschaft dem Gegner, der gerade einen Titel gewonnen hat, eine solche Ehre zuteil werden lässt. Doch die Katalanen stellen sich quer. "In unserem Verein machen wir die Ehrengasse, wenn wir auch an dem Wettbewerb teilnehmen, und das ist hier nicht der Fall", sagt Barca-Direktor Guillermo Amor.

Die Diskussion über Spalier oder Nicht-Spalier zeigt, das die Rivalität zwischen beiden Vereinen auch kurz vor Weihnachten nichts an Intensität verloren hat. Der eine gönnt dem anderen nichts - schon gar nicht im direkten Duell. Vor allem Real muss mit allen Mitteln um den Sieg kämpfen, der Rückstand auf Tabellenführer Barca ist mit elf Punkten riesig. "Um das Titelrennen offen zu halten", sagte Nationalspieler Toni Kroos der Bild, "sollten wir aber die Partie gewinnen." Sein Kapitän Sergio Ramos fordert ebenfalls: "Mehr denn je sind wir verpflichtet zu siegen."

Barcelona steht deutlich weniger unter Druck, Messi und Co. müssen nicht, aber sie wollen natürlich siegen. "Dieses Spiel ist immer etwas ganz Besonderes. Es wäre wunderbar, wenn wir in Madrid gewinnen könnten, weil es uns einen enormen Vorteil verschaffen und Weihnachten versüßen würde", sagt Messi.

Der bislang letzte Clasico im April, bei dem der argentinische Ausnahmekönner in der Nachspielzeit mit seinem 500. Pflichtspieltor für Barca den 3:2-Siegtreffer erzielte und danach triumphierend sein Trikot in die Höhe hielt, ist allen noch bildhaft in Erinnerung. Genau wie Barcas 4:0-Kantersieg in der Saison zuvor. Gelingt nun der historische Sieg-Hattrick im Bernabeu? "Ein Sieg in Madrid wäre ein weiterer Schritt zur Meisterschaft, aber wir dürfen Atletico nicht vergessen", sagt Mittelfeldspieler Andres Iniesta mit Blick auf dem Tabellenzweiten.

Doch die Fans auf der ganzen Welt interessiert vor allem das Duell Real gegen Barca. Die Ansetzung der Partie an einem Samstag, einen Tag vor Heiligabend, um 13.00 Uhr, verspricht gigantische Einschaltquoten - vor allem auf dem asiatischen Markt. Die Spieler murren, können sich dagegen aber nicht wehren. "Wir müssen es nehmen, wie es ist", sagt Kroos: "Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich gerne im Winter etwas länger Urlaub hätte."

Vielleicht freut sich Kroos mit Blick auf den bislang letzten Clasico an einem 23. Dezember etwas mehr auf den Anstoß: Vor zehn Jahren bescherte sich Real mit einem 1:0-Sieg beim großen Kontrahenten selbst. Madrids Trainer hieß damals Bernd Schuster.

(sid)
 
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