Niederlage im Klassiker gegen Barca: Reals Casillas fühlt sich wie ein "Dummkopf"
zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 13:14Barcelona (RPO). Barcelonas Zlatan Ibrahimovic freute sich wie ein kleines Kind über sein goldenes Traumtor, Madrids Keeper Iker Casillas fühlte sich indes wie ein Idiot: Nach dem 238. "El Clasico" bestand sowohl bei Siegern als auch bei Verlierern erhöhter Redebedarf.
"Das war ein ungerechtes Resulat, wir hätten zumindest ein Unentschieden verdient gehabt. Jetzt stehe ich hier und schaue in die Röhre wie ein Dummkopf", haderte Nationaltorhüter Casillas nach der 0:1 (0:0)-Niederlage von Rekordmeister Real Madrid beim Erzrivalen FC Barcelona.
Matchwinner Ibrahimovic ließ sich nach seiner famosen Rückkehr dagegen feiern. "Zlatan ist eben einer der weltbesten Spieler. Das hat er einmal mehr bewiesen", schwärmte Barca-Kapitän Carles Puyol. Ibrahimovic war nach seiner Oberschenkelverletzung erst in der 50. Minute eingewechselt worden und besiegelte nur sechs Minuten später mit einem Volleyschuss den Sprung zurück an die Tabellenspitze.
"Viva! Hoch lebe Ibra"
"Es ist ein sensationelles Gefühl, in seinem ersten Klassiker gegen Real gleich zu treffen. Ich bin einfach nur glücklich", sagte Ibrahimovic, dem auch die spanischen Medien zu Füßen lagen: "Viva, hoch lebe Ibra", titelte Sport.
Einig waren sich alle Beteiligten allerdings darüber, dass der Sieg der Katalanen vor 98.000 Zuschauern im ausverkauften Camp Nou eher glücklich war. "Real war wirklich stark, aber wir sind bis zum Ende cool geblieben. Es ist immer verdienstvoll und schön, Madrid zu schlagen", meinte Barca-Trainer Pep Guardiola, wollte aber nicht von einer Vorentscheidung im Titelrennen sprechen: "Die Saison ist noch lang." Nach dem 12. Spieltag führt der Champions-League-Sieger mit zwei Punkten vor Verfolger Real.
"Es schmeckte nach Sieg"
Nicht zuletzt die Sporttageszeitung Marca lobte die Leistung der unterlegenen Königlichen, bei denen der verletzte deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder erneut nicht im Kader stand: "Real zeigte Größe, ohne belohnt zu werden. Es schmeckte nach Sieg. " Doch auch die Überzahl nach der Gelb-Roten Karte gegen Barcelonas Sergio Busquets (64.) konnte Madrid nicht nutzen.
Ausgerechnet Reals Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der nach seiner auskurierten Knöchelverletzung erstmals wieder von Beginn an spielte, hatte in der ersten Halbzeit die große Führungschance vergeben. Der mit 94 Millionen Euro Ablösesumme teuerste Spieler der Fußball-Geschichte scheiterte aber nach 20 Minuten freistehend an Victor Valdes. "Cristiano ist natürlich noch nicht wieder der Alte. Seine Kraft reichte nur für eine Stunde", sagte Madrids Trainer Manuel Pellegrini nach dem durchwachsenen Ronaldo-Comeback.
Der "Clasico" hatte bereits Tage zuvor die Massen elektrisiert und war in neue Dimensionen vorgestoßen. Erstmals war in Spanien ein Liga-Spiel im Kino übertragen worden - in 51 Multiplex-Palästen war die Partie zu sehen. In der Talk-Show "Punto Pellota" im TV-Sender ITV war vor dem Anpfiff über 23 Stunden mit insgesamt rund 80 Gästen über das Prestigeduell diskutiert worden. Josep Pedre Rol hatte von Samstag- bis Sonntagnachmittag durchmoderiert.
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