Ronaldo-Wahnsinn: So verrückt ist nur Real Madrid
zuletzt aktualisiert: 07.07.2009 - 13:54Madrid (RPO). 80.000 Fans im Stadion Santiago Bernabeu sind wahrlich keine Seltenheit, allerdings finden dann in der Regel Fußballspiele dort statt. Das war am Montag anders. Da kam nur ein Fußballspieler. Der 94-Millionen-Euro-Transfer Cristiano Ronaldo gab sich die Ehre. Verrücktes Madrid!
Einer für 80.000, 80.000 für einen. Das hat es bislang noch nicht gegeben. Zahlreiche Medien hatten einen regelrechten Countdown bis zum Tag von Ronaldos Ankunft beim spanischen Spitzenklub Real gestartet.
Wie ein Staatsgast war der Superstar am Vormittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Militärflughafen Torrejon gelandet und wurde auf geheimen Wegen zum Medizincheck sowie einem Interview mit dem vereinseigenen TV-Sender gefahren.
Einige hatten bereits seit 12 Uhr mittags dem Öffnen der Stadiontore entgegengefiebert - bei Temperaturen von 35 Grad. Der Hype um den Portugiesen - er sorgt für weltweites Interesse. Der Rekordmeister hat seinen Ruf bestätigt, ein wenig verrückt zu sein - manche nennen es "wahnsinnig".
Wir sagen Ihnen, warum der Klub, der am 6. März 1902 gegründet wurde, so große Bedeutung erlangt hat.
Die Transfers: Cristiano Ronaldo ist der teuerste vieler Millionen-Transfers. Immer wieder war es der "königliche" Anspruch, die weltbesten Spieler zu holen. Es gelang, wie die Einkäufe von Zinedine Zidane (für 73 Millionen von Juventus Turin) oder Luis Figo (für 60 Millionen vom FC Barcelona) beweisen. Wir haben die besten Transfers seit 1998 hier zusammengefasst.
Der Erzrivale: Real Madrid ist auch deshalb besonders, weil es einen besonderen Rivalen hat: den FC Barcelona. Die Rivalität zwischen Real und Barca gilt als eine der bedeutendsten im internationalen Klubfußball. Geprägt wird sie von der stetigen Konkurrenz zwischen den Städten sowie der historischen Territorien Kastilien und Katalonien. Das Duell wird in Spanien "El Clásico" (der "Klassiker") genannt. Um einen Eindruck der Rivalität zu erlangen, genügt ein Blick in die Pressestimmen nach dem jüngsten Derby in der vergangenen Spielzeit.
Die Fans: Real Madrid hat weltweit über 100.000.000 Fans. Alleine die Hälfte aller Spanier drücken den "Königlichen" die Daumen. Es gibt über 1800 offiziell registrierte Fanclubs.
Die Erfolge: Weit über 1000 Pokale stellt der Klub in seinem Museum aus. Am wichtigsten: neun europäische Landesmeistertitel. Dazu kommen zwei Uefa-Cup-Erfolge sowie drei Weltpokal-Titel. 31 Mal gewann Real die spanische Meisterschaft, 17 Mal den Pokal. Real stieg nie aus der ersten spanischen Liga ab. Im Jahr 2000 wurde Real vom Weltfußballverband als "Bester Fußballclub des 20. Jahrhunderts" geehrt.
Die Finanzen: Im Jahre 2000 betrug die Schuldenlast dem Vernehmen nach knapp 250 Millionen Euro, im vergangenen Jahr wurden immerhin noch 199 Millionen Euro ausgewiesen. Der Jahresumsatz betrug zuletzt 366 Millionen Euro. Der bedeutendste Schritt für die wirtschaftliche verbesserung des Vereins gelang 2001 mit dem Verkauf des Vereinsgeländes an Privatunternehmen, der 480 Millionen Euro in die Kasse spülte. Real gleicht heutzutage einem Imperium.
Die Mitglieder: Die Mitgliederzahl ist begrenzt. Es gibt 85.000 "Socios". Der Verein gehört ihnen. Real ist einer der wenigen Klubs im europäischen Spitzenfußball, der weder als Aktiengesellschaft organisiert ist, noch im Besitz einer Privatperson liegt.
Eigener Fernsehkanal: Real betreibt seit 1999 einen eigenen Fernsehsender, Real Madrid TV. Gesendet wird 24 Stunden am Tag. Nachrichten aus dem Verein und der Welt des Fußballs, Live-Bilder vom Mannschaftstraining oder die Ausstrahlung von Fußballklassikern - die Fans kommen auf ihre Kosten.