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Vom Notnagel zum Helden
Torwart Navas bewahrt Real vor Blamage

Torwart Keylor Navas bewahrt Real Madrid vor Blamage
Keylor Navas rettete Real gegen Granada den Sieg. FOTO: afp, tg
Madrid . Eigentlich dürfte Keylor Navas bei Real Madrid nicht mehr zwischen den Pfosten stehen. Gegen Granada war er aber der gefeierte Rückhalt und stellte einen alten Klubrekord ein. Ronaldo traf diesmal nicht, der deutsche Nationalspieler Kroos blieb blass.

Er war bereits abgeschrieben und ausgemustert – und wurde nun von den Real-Fans gefeiert wie sonst nur Cristiano Ronaldo oder Sergio Ramos. Torwart Keylor Navas hat den spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid und Weltmeister Toni Kroos beim 1:0-Sieg über Abstiegskandidat FC Granada vor einer Blamage bewahrt.

Der Mann aus Costa Rica machte am Samstag zahlreiche Torchancen der ebenbürtigen, zum Teil sogar stärkeren Gäste zunichte. "Keylor hat bei einem mühsamen Sieg alle unsere Probleme gelöst", sagte Trainer Rafael Benítez. Navas sei gegen Granada eine "Mauer" gewesen, schrieb am Sonntag die Sportzeitung "Marca", das Konkurrenzblatt "As" feierte den "Großen Keylor" und TV-Kommentatoren den "Retter".

Der 28-Jährige blieb zudem in den ersten vier Liga-Spielen ohne Gegentor und stellte somit auch noch den Saisonstart-Clubrekord von Miguel Ángel aus dem Jahr 1975 ein. Dabei hätte Navas eigentlich nicht mehr zu den Königlichen gehören dürfen.

Er saß am 31. August schon im Flugzeug, das ihn zu seinem vermeintlich neuen Arbeitgeber Manchester United bringen sollte. Real-Boss Florentino Perez wollte wenige Stunden vor Ende der Transferperiode ManUnited-Schlussmann David de Gea holen, war sich des Erfolgs sicher und ließ Navas deshalb zwei Stunden lang in der Privatmaschine warten. Die Wechsel platzten aber dann in letzter Sekunde, weil die Engländer die nötigen Papiere zu spät schickten.

Der heftig gedemütigte Navas blieb als Notnagel in Madrid. Der Klub entschuldigte sich nach der Transferposse immerhin bei dem Profi. Nach dem Abpfiff des Granada-Spiels wollte der stets bescheiden und nett auftretende zweifache Vater zwar nicht im Zorn zurückblicken, sagte aber klipp und klar: "Die Nacht des 31. August war traurig und kompliziert." "Gott sei Dank" habe er aber bleiben können. Er wolle seine Stärke beweisen und lange Stammtorwart Reals bleiben.

Die Madrilenen, die ohne die verletzten Stützen Ramos, James Rodríguez und Gareth Bale antreten mussten, durften zumindest für 24 Stunden - bis zum Spiel des FC Barcelona gegen Levante am späten Sonntagabend – erstmals in der Saison die Tabellenführung genießen.

Es wird aber sicher auch viel über die Probleme nachgedacht werden. Navas wurde von den Real-Fans gefeiert, der Rest des langsam, ja fast lethargisch agierenden Teams aber von der Mehrheit der 72 000 Zuschauer ausgepfiffen. Kroos blieb blass und musste in der 61.
Minute vom Platz. Nach zuletzt acht Treffern in zwei Spielen mühte sich Ronaldo redlich, er blieb aber in der ewigen Torjägerliste Reals mit 321 Treffern weiterhin hinter dem früheren Schalker Raul (323).

Granada, das in der vorigen Saison im Bernabeu 1:9 verloren hatte, war diesmal zum Teil sogar überlegen. Die Stürmer Isaac Success und Youssef El-Arabi wirbelten die Heim-Abwehr dabei ein ums andere Mal durcheinander, scheiterten aber immer wieder an Navas.

Aber nicht nur der Torwart spielte eine entscheidende Rolle. Schiedsrichter Juan Martínez Munuera erkannte zu Unrecht ein Tor von El-Arabi wegen Abseits (19.) nicht an und lag dann auch noch beim Kopfball-Siegtreffer von Karim Benzema (55.) falsch, als er eine Abseitsstellung von Flankengeber Isco übersah.

(dpa)
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