| 14.09 Uhr

Alle lieben Messi
"Wie Maradona - nur schneller"

"Messidona" verzaubert Spanien
"Messidona" verzaubert Spanien FOTO: AP
Saragossa/Berlin (RPO). Der Trainer sprachlos, der Gegner fasziniert, die Presse aus dem Häuschen: Nach der erneuten Gala von Lionel Messi beim 4:2-Sieg des spanischen Meisters FC Barcelona bei Real Saragossa liegt ganz Spanien dem Argentinier zu Füßen. Mit acht Toren und zwei Hattricks innerhalb einer Woche ist der 1,69 m kleine Dribbler zurzeit die ganz große Nummer und drauf und dran, aus dem Schatten seines Idols und Nationaltrainers Diego Maradona zu treten.

"Ich habe keine Worte mehr für ihn. Ich überlasse es anderen, Adjektive für ihn zu finden", sagte Barca-Trainer Josep Guardiola. Diese Aufgabe übernahmen die spanischen Zeitungen, denen trotz der x-ten Messi-Show die Superlativen für den Weltfußballer nicht auszugehen scheinen. "Messi ist nicht menschlich. Dieser Junge ist aus einer anderen Welt", schrieb die Sportzeitung AS.

Die katalanische Zeitung El Mundo Deportivo verneigte sich mit einer Rechnung vor dem 22-Jährigen: "Maradona + Ronaldo = Messi." Der geschlagene Saragossa-Trainer Jose Aurelio Gay meinte gar, Messi sei schon jetzt stärker als Maradona zu dessen aktiver Zeit: "Es war, als würde man Maradona wieder spielen sehen. Nur dass er diesmal beweglicher und deutlich schneller war."

"Marca" fordert Studienfach Lionel Messi

Mit einer besonderen Forderung ehrte die dem Erzrivalen Real Madrid nahestehende Zeitung "Marca" den Mann, "der Fußball in Kunst verwandelt": "Das Studienfach 'Lionel Messi' müsste an den Unis eingeführt werden", schrieb das Blatt in Anspielung an die Bildungsreform in Spanien.

Wie schon am vergangenen Wochenende in der Liga gegen den FC Valencia und unter der Woche gegen den VfB Stuttgart in der Champions League zerlegte Messi den Gegner praktisch im Alleingang. Dank seiner Treffer in der 5., 66. und 78. Minute führt er die Liga-Torschützenliste mit 25 Toren unangefochten an. Auf einen möglichen vierten Treffer verzichtete der Ausnahmekönner freiwillig, indem er die Ausführung des Foulelfmeters in der Schlussminute dem zuletzt heftig kritisierten Teamkollegen Zlatan Ibrahimovic überließ.

So bescheiden wie auf dem Platz reagiert Messi auch auf die Lobeshymnen auf seine Person. "Jeder arbeitet und kämpft hart. Ich bin vielleicht derjenige, der die Tore macht, es ist aber das Ergebnis der Arbeit jedes Einzelnen", sagte Messi.

Barca und Real gleichauf 

Mit dem Sieg schloss der FC Barcelona im Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft wieder zu Real Madrid auf und liegt mit 68 Zählern punktgleich mit den "Königlichen" auf Platz zwei der Tabelle. Die Madrilenen hatten am Samstag mit einem 3:1-Erfolg gegen Sporting Gijon vorgelegt.

Nachdem der Rekordmeister zunächst in Rückstand geraten war, drehte Real das Spiel und sorgte mit drei Treffern innerhalb von 13 Minuten für klare Verhältnisse. Dabei leitete der Ex-Hamburger Rafael van der Vaart mit seinem umstrittenen Treffer zum 1:1 (55.), bei dem sich der Niederländer den Ball mit der Hand vorgelegt hatte, die Wende für den Tabellenführer ein.

"Ja, da war wohl ein wenig die Hand im Spiel", sagte Van der Vaart: "Aber es zählt nur, dass das Tor gegeben wurde, denn es war sehr wichtig für uns."

(SID/chk)
 
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