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Fifa-Skandal
Blatter-Tochter: Er hielt Verhör für einen Traum

Fotos: Sepp Blatter: 17 Jahre an der Spitze der Fifa
Fotos: Sepp Blatter: 17 Jahre an der Spitze der Fifa FOTO: dapd, Alessandro Della Bella
Fifa-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) hat angeblich mit ungläubiger Fassungslosigkeit auf seine Vernehmung durch die Schweizer Bundesanwaltschaft in der Zentrale des Fußball-Weltverbandes in Zürich reagiert.

"Ich hatte Angst, dass sie ihn in Handschellen abführen. Er sagte nur: 'Ich glaube, es ist ein Traum'", berichtete Blatters Tochter Corinne Blatter-Andenmatten in einem Interview mit der Schweizer Boulevardzeitung SonntagsBlick von der Begegnung mit ihrem Vater im Fifa-Haus am Tag der Bekanntgabe der Strafverfahreneröffnung.

Komiker wirft Geldscheine auf Sepp Blatter FOTO: afp, fc/ab

Die 54-Jährige klagte ungeachtet polizeilicher Gepflogenheiten beim Umgang mit Beschuldigten über eine unangemessene Behandlung des 79-Jährigen: "Er wirkte enttäuscht und schockiert. Zumal ihn niemand im Voraus informiert hatte. Wäre er angefragt worden, weitere Dokumente herauszugeben, hätte er das sofort getan. Er hat immer kooperiert. Nun wurde er komplett überrumpelt."

Blatter-Andenmatten schilderte dem Blatt zudem bislang nicht bekannte Details zum Ablauf des Verhörs ihres Vaters und von Uefa-Präsident Michel Platini (Frankreich). Demnach habe der Fifa-Chef zunächst von einer Mitarbeiterin lediglich eine Notiz erhalten, dass die Bundesanwaltschaft im Fifa-Gebäude eingetroffen sei und sich zwei Funktionäre der noch tagenden Exekutive den Ermittlern zu stellen hätten.

Blatter wäre zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar gewesen, dass die Fahnder ihn persönlich einvernehmen wollten. Die Anhörung des Verbandschefs begann den Angaben der Blatter-Tochter zufolge "vor Mittag, gegen 20 Uhr war es fertig. Dazwischen gab es kurze Pausen".

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Im weltweiten Rätselraten um die Pläne ihres Vaters unterstrich Blatter-Andenmatten nochmals seine Absichten für einen Abgang beim geplanten Fifa-Kongress am 26. Februar 2016. Danach würde der 79-Jährige "auf keinen Fall" mehr Fifa-Boss sein, auch nicht für Fall fehlender Nachfolge-Kandidaten. Allerdings bräuchte es ihrer Ansicht nach "künftig wohl mehrere Personen, welche die Arbeit erledigen", die ihr Vater in den vergangenen Jahren allein geleistet habe.

Trotz der im Raum stehenden Vorwürfe sieht sich Blatter laut seiner Tochter weiterhin ungerecht behandelt: "Er leidet darunter, dass niemand mehr darüber sprechen will, was er in 40 Jahren bei der Fifa geleistet hat. Er ist enttäuscht, denn er hat sich selber nie bereichert. Er hat immer für andere gesorgt. Seine Verlobte war die Fifa. Sie war alles für ihn." Nach Ende seiner Präsidentschaft müsse er erst "noch lernen", ohne die Fifa zu sein.

Einen vorzeitigen Rücktritt ihres Vaters aufgrund der juristischen Entwicklungen der vergangenen Tage und Wochen erwartet Blatter-Andenmatten nicht: "Er läuft nicht weg, wenn es schwierig wird."

(sid)
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