Kommentar: Türkei - ein Urteil mit Folgen
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2006 - 09:39Düsseldorf (RP). Der Beifall von weiten Teilen der Weltöffentlichkeit ist der Zürcher Spruchkammer gewiss. Die Fifa verhängte harte, aber maßvolle Strafen gegen die Türkei. Alle Heimspiele der WM-Qualifikation ohne eigene Fans, das trifft die Mannschaft empfindlich. Sie muss zudem ins Ausland ausweichen. In den Erwägungen über Austragungsorte dürfte Deutschland eine Rolle spielen.
Nach Terroranschlägen in Istanbul wich Besiktas zum Treffen mit Chelsea im Jahr 2003 schon einmal nach Schalke aus. Es soll ja weitere schmucke Stadien an Rhein und Ruhr geben, die nicht ausgelastet sind und deshalb gern Gastrecht gewähren. Die Betreiber verdienen, auch wenn keine Zuschauer kommen dürfen. Doch Vorsicht, im Umfeld dieser Partien wird es hoch her gehen!
Ein noch härterer Spruch gegen den Kölner Alpay (Foto: firo) und seine Spießgesellen - ein Ausschluss aus Wettbewerben etwa - hätte dazu geführt, dass die Fußballer als Märtyrer angesehen worden wären. Nun bleibt die Hoffnung, dass Funktionäre und Fans aus den Folgen der Ausschreitungen lernen.
Dass der pädagogische Wert von Platzsperren aber beschränkt ist, zeigt sich in Italien. AS Rom musste nach Übergriffen schon mehrmals im leeren Olympiastadion antreten. Das hindert aber weder Rechtsradikale noch Gewalttäter daran, weiterhin Woche für Woche in der Arena ihr Unwesen zu treiben.
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