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USA wahrt Viertelfinal-Chance
Klinsmann "trotz des Sieges auf wackeligen Füßen"

Johnson gewinnt mit USA 4:0 gegen Costa Rica: Johnson gewinnt mit USA 4:0 gegen Costa Rica
Johnson gewinnt mit USA 4:0 gegen Costa Rica: Johnson gewinnt mit USA 4:0 gegen Costa Rica FOTO: afp
Chicago. Dieser Sieg ist richtig wichtig. Mit einem 4:0-Erfolg gegen Costa Rica wahrt Nationaltrainer Jürgen Klinsmann mit den USA bei der Copa America die Chance aufs Viertelfinale. Der Kritiker schweigen - vorerst. Doch bereits am Samstag könnten sie wieder laut werden.

Nach dem Schlusspfiff in Chicago klatscht Jürgen Klinsmann mit Trainern und Ersatzspielern ab und atmet erst einmal tief durch. Der US-Nationaltrainer und sein Team haben in der "Windy City" dem Sturm getrotzt. Mit einem überzeugenden 4:0-Sieg im zweiten Vorrundenspiel der Copa America Centenario gegen Costa Rica wahrten die Amerikaner am Dienstag (Ortszeit) ihre Viertelfinal-Chance.

"Kompliment an die Jungs, sie waren willig rauszugehen und die ersten drei Punkte zu holen. Ich sehe ein Team, das Fortschritte macht", sagte Klinsmann. Der Schwabe hatte für das 16-Nationen-Turnier das Halbfinale als Ziel ausgegeben. Doch bereits nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Kolumbien gab es reichlich Kritik. Ein vorzeitiges Aus bei der Copa drohte.

Ex-Nationalspieler Alexi Lalas hatte als TV-Experte bei "Fox Sports" betont, dass eine Niederlage gegen Costa Rica ein "vollkommenes Desaster" wäre. Verbandspräsident Sunil Gulati machte wenige Stunden vor dem Spiel deutlich, dass die Ergebnisse unter Klinsmann in den vergangenen 18 Monaten nicht die gewesen seien, die er sich erhofft habe, "vor allem nicht die in offiziellen Wettbewerben".

Gemeint sind der enttäuschende vierte Platz im Vorjahr bei der Meisterschaft des Kontinentalverbands CONCACAF und das im Herbst verlorene Endspiel gegen Mexiko um das Ticket zum Confed-Cup 2017 in Russland. So gut die Vorstellung gegen Costa Rica vor allem in der ersten Halbzeit auch war, die Tageszeitung "USA Today" sieht das Nationalteam und Klinsmann "trotz des Sieges noch auf wackeligen Füßen".

Denn eine Niederlage am Samstag im letzten Gruppenspiel gegen Paraguay würde immer noch das Aus für die "Klinsmänner" bedeuten. Der deutsche Chefcoach will an ein Negativerlebnis aber gar nicht denken. "Wir haben jetzt alles in unserer Hand und freuen uns auf ein volles Haus in Philadelphia", sagt Klinsmann. 

Sollten die bislang enttäuschenden Costa Ricaner nicht mit mindestens sechs Toren Unterschied gegen die bereits fürs Viertelfinale qualifizierten Kolumbianer gewinnen, reicht den USA ein Remis, um das Viertelfinale zu erreichen.

Gegen Costa Rica bot Klinsmann erstmals seit zwei Jahren dieselbe Startelf wie im Spiel zuvor auf. Das zahlte sich bereits nach neun Minuten aus: Der künftige HSV-Profi Bobby Wood wurde im Strafraum geschubst, Clint Dempsey verwandelte den Foulelfmeter sicher. Jermaine Jones traf zum 2:0 (37.), Wood sorgte bereits vor der Pause mit dem 3:0 für die Vorentscheidung (42.).

"Wir sind rausgekommen, hatten die richtige Einstellung und das Spiel von Anfang bis Ende im Griff", meinte Kapitän Michael Bradley. Klinsmann hob vor allem Jones hervor. Der ehemalige Bundesliga-Profi habe gegenüber dem Kolumbien-Spiel "einen Zacken zugelegt". Im zweiten Durchgang traf Graham Zusi zum Endstand (87.)

Das einzig Negative an diesem Frühlings-Fußballabend am Lake Michigan war die Zuschauerzahl. Nur 39.642 Fans kamen ins riesige Soldier Field, fast 14 000 Sitze blieben leer. Viele Anhänger haben anscheinend genug davon, dass Klinsmann ständig den "Lernprozess" und vermeintlichen "Fortschritt" beschwört. Sie wollen knapp fünf Jahre nach dem Amtsantritt des Deutschen endlich Ergebnisse sehen.

(dpa)
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