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Infantino spricht von "Fußballgeschichte"
Videobeweis feiert bei Frankreich-Sieg in Italien Premiere

Videobeweis feiert bei Italien gegen Frankreich Premiere
Anthony Martial traf bei Frankreichs Sieg in Italien. FOTO: afp, APZ
Düsseldorf. Vize-Europameister Frankreich hat Italiens neuem Trainer Giampiero Ventura mit dem 3:1 (2:1) in Bari die Premiere vermiest. Dabei kam erstmals der Videobeweis zum Einsatz. Sehr zur Freude von Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Infantino würdigte den erstmaligen Einsatz des Videobeweises als "Fußballgeschichte". Im Testspiel kam der Videobeweis bei einem umstrittenen Handspiel des französischen Nationalspielers Layvin Kurzawa im Strafraum zum Einsatz.

Die Italiener protestierten nach einem Kopfball von Daniele de Rossi, dass Kurzawa den Ball mit der Hand gestoppt habe. "Man konnte sehen, dass der Schiedsrichter für ein paar Sekunden das Spiel gestoppt hat", sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes Fifa dem Sender RAI.

Während dieser Zeit überprüften laut Infantino zwei außerhalb des Stadions positionierte Schiedsrichter die Situation und entschieden, "dass es kein Elfmeter war. Wir haben Fußballgeschichte gesehen. Wir sind im Jahr 2016, es ist Zeit, das auszuprobieren", sagte Infantino und äußerte die Hoffnung auf den Einsatz der Technologie auch bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland.

Die französische Führung durch Anthony Martial (17.) konnte Italiens Graziano Pellè (21.) noch egalisieren, ehe Olivier Giroud (28.) und Layvin Kurzawa (81.) die Equipe tricolore zum Auswärtssieg schossen. Nach der Pause kam dabei der erst 17-jährige Gianluigi Donnarumma vom AC Mailand für die Torwartlegende Gianluigi Buffon auf den Platz und feierte damit seinen Einstand im italienischen A-Nationalteam.

In dieser Saison werden Tests mit dem Videobeweis auch in nationalen Ligen wie der Bundesliga, in Österreich, Italien, Portugal oder den USA durchgeführt. "Natürlich können wir nicht alle Probleme lösen, aber lasst uns schauen, ob wir den Schiedsrichtern nicht bei Schlüsselsituationen eine Hilfe geben können, ohne das Spiel zu sehr zu unterbrechen", sagte Infantino. Am Freitag will er sich bei einer Pressekonferenz ausführlicher zu dem Thema äußern.

Europameister Portugal siegt ohne Ronaldo

Portugal krönte seinen ersten Auftritt als Europameister mit einem deutlichen Heimsieg. Ohne den am Knie verletzten Superstar Cristiano Ronaldo feierte das Team von Nationaltrainer Fernando Santos gegen Gibraltar am Donnerstagabend einen 5:0 (1:0)-Erfolg.

Spanien gewann hingegen beim Debüt des neuen Nationalcoaches Julen Lopetegui das Test-Länderspiel in Belgien mit 2:0 (1:0). In einer weiteren Generalprobe für die Sonntag beginnende Qualifikation für die WM 2018 in Russland kassierten die Niederlande gegen Griechenland eine 1:2 (1:1)-Niederlage.

In Porto tat sich der haushohe Favorit Portugal nur eine Halbzeit lang schwer gegen den Fußball-Zwerg Gibraltar. Nani legte mit seinem Doppelpack (27./55.) den Grundstein zum Sieg des Europameisters, Joao Cancelo (73.), Bernardo Silva (76.) und Pepe (79.) erhöhten.

David Silva (33./62. Foulelfmeter) traf in Brüssel doppelt und verdarb auf den Gegenseite seinem Landsmann Roberto Martínez die Premiere auf Belgiens Trainerbank. Das ursprünglich im vergangenen November angesetzte Spiel war nach den Terroranschlägen in Paris kurzfristig abgesagt worden und wurde nun im Stadion Roi Baudouin nachgeholt.

In Eindhoven brachte Georginio Wijnaldum (14.) Oranje zunächst früh in Führung, doch Konstantinos Mitroglou (29.) glich noch vor der Pause aus. Der eingewechselte Giannis Gianniotas (74.) sorgte für die Entscheidung zugunsten des Europameisters von 2004.

(seeg/dpa/sid)
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