Nigeria: Vogst bleibt vorerst Nationaltrainer
zuletzt aktualisiert: 06.06.2007 - 14:07Neuss (RPO). Das Organisationschaos in Afrika nervt, doch vorerst wirft Berti Vogts die Brocken nicht hin. "Ich fliege am Sonntag nach Nigeria und bereite die Mannschaft auf das nächste Spiel vor", sagte der nigerianische Nationaltrainer. Erst nach dem Qualifikationsspiel zum Afrika-Cup am 16. Juni in Niger will sich der ehemalige Bundestrainer zu seiner Zukunft äußern.
Frustriert ist der Weltmeister von 1974 über die Rahmenbedingungen, unter denen er arbeiten muss. In Uganda, wo die Super Eagles am vergangenen Wochenende 1:2 verloren, logierte das Team in einem Hotel, in dem es nur jeden zweiten Tag fließendes Wasser gab, die Zimmer mit Wanzen bevölkert und die Türen nicht abzuschließen waren. Nach dem Spiel stürmten 10.000 Fans das Spielfeld, Vogts' Mannschaft wurde mit Flaschen beworfen, die Rückfahrt ins Hotel dauerte drei Stunden.
Was der nigerianische Verband versprochen hatte, wurde nicht eingehalten: Es gab weder die bestellte Verpflegung für die Spieler noch deren Flugtickets. "Die Spieler haben den Flug von Europa nach Afrika selbst bezahlt und nur die Hälfte erstattet bekommen", berichtete Vogts: "Welcher deutsche Nationalspieler hätte das gemacht?"
Zudem ärgert Vogts, dass das Spiel in Niger mitten in der Sommerpause ausgetragen wird. "Es kann nicht angehen, dass die Spieler seit dem 13. Mai in Urlaub sind, Mitte Juli wieder das Training aufnehmen müssen und am 16. Juni noch ein Qualifikationsspiel bestreiten müssen. Wann sollen sie Urlaub machen?", fragte der Ex-Gladbacher: "Da ist die Fifa gefordert."
Der nigerianische Verband NFA dementierte indes am Mittwoch Medienberichte, Vogts habe sein Amt bereits aufgegeben. "Er ist weiter ein Angestellter der NFA. Dies ist nur ein Gerücht", sagte Verbandssprecher Ademola Olajire.
Vogts hatte die Funktionäre zuletzt harsch kritisiert. Vieles, was ihm zugesichert worden sei, werde nicht eingehalten. "Die Probleme liegen im Verband, nicht bei den Spielern", meinte er am Mittwoch vielsagend.
Der 60-Jährige hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Probleme, weil er sein Monatsgehalt in Höhe von angeblich 60.000 Euro drei Monate im Voraus ausgezahlt haben wollte. "Wir schulden ihm kein Geld", betonte Olajire: "Sein nächstes Gehalt ist am 21. Juni fällig."
Das Salär des früheren Bundestrainers wird komplett von der Telefongesellschaft Globacom übernommen. "Wir haben uns an den Vertrag gehalten und sind bislang nicht darüber informiert worden, dass er den Job aufgegeben hat", sagte ein Firmensprecher.
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