WM-Quali 2006: Weltmeister zittert vor Ekuador
zuletzt aktualisiert: 16.11.2004 - 11:52Rio de Janeiro/Quito (rpo). Weltmeister Brasilien beschleicht vor dem WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Ekuador die Höhenangst. Schon vor drei Jahren kamen die südamerikanischen Weltstars mit der Höhenluft nicht zurecht, verloren und mussten bis zum Ende um die WM-Teilnahme bangen.
Wie schon bei den letzten "Eliminatorias" reist die "Selecao" mit 20 Punkten ins 2800 m hoch gelegene Quito. Im Kopf dürften die brasilianischen Ballzauberer die 0:1-Niederlage gegen das Anden-Team vom 28. März 2001 haben, damals begann das Zittern auf dem Weg zur Endrunde 2002 in Südkorea und Japan.
"Wir machen aus der Höhe keine Ungeheuer mit sieben Köpfen. Sie existiert seit Anbeginn der Welt, aber wir müssen ihre Auswirkungen verringern", äußerte sich Mario Zagallo, Technischer Koordinator und "Maskottchen" der Brasilianer, vor dem Abflug in die Hafenstadt Guayaquil und setzt auf ein einfaches Konzept: "Den Ball in Ruhe spielen und am Anfang nicht zu viel Laufen." Die Höhe von Quito erklimmt der Tabellenführer erst rund fünf Stunden vor Anpfiff.
Ökonomie ist Trumpf
Vor allem für die Stars aus Europa heißt es zwischen zwei Wochenenden mit Hochbetrieb in den Ligen mit den Kräften haushalten. So stehen sich Roberto Carlos und Ronaldo von Real Madrid und Ronaldinho vom FC Barcelona bereits am Samstag wieder im direkten Duell gegenüber. Deshalb haben die beiden spanischen Erzrivalen sowie Bayern München (für Lucio), Bayer Leverkusen (Juan und Roque Junior) und Hertha BSC Berlin (Gilberto) gemeinsam ein Flugzeug gechartert, um die sieben Spieler rechtzeitig zurückzuholen.
Erst vor rund einer Woche hatte Fifa-Präsident Joseph Blatter bei einem Besuch in Venezuela Kritik am Qualifikations-Modus in Südamerika geübt. "Im Moment muss jede Nationalmannschaft zu 18 Qualifikationsspielen antreten. Für die WM 2006 in Deutschland ist es das letzte Mal, dass wir diesen Modus akzeptieren", kündigte der Schweizer eine Reform des Spielkalenders an, "da die Spieler sehr müde von ihren Nationalmannschaften zurückkehren."
Absagen
Doch die Brasilianer, einzig ungeschlagenes Team der "Eliminatorias" plagen vor dem Duell in Quito ganz andere Sorgen. Nach Gilberto Silva (Arsenal London) und Edmilson (FC Barcelona) mussten auch die zunächst nominierten Ze Roberto (Bayern München), Luis Fabiano (FC Porto) und Edu (Arsenal London) verletzungsbedingt absagen, so dass Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira vor allem im defensiven Mittelfeld improvisieren muss.
Während allein die Bundesliga vierfach im Kader des Weltmeisters vertreten ist, spielen bei den Ekuadorianern nur die England-"Legionäre" Ivan Kaviedes (Crystal Palace) und Ulises de la Cruz (Aston Villa) in Europa. Der WM-Neuling von 2002 hofft dennoch auf den zweiten Sieg im 23. Duell gegen Brasilien, zumal der Tabellenvierte alle 13 Punkte in den Heimauftritten eingefahren hat.
Argentinien hofft
Auf einen Ausrutscher Brasiliens setzt auch Argentinien (19 Punkte). Der zweimalige Weltmeister liegt nur einen Zähler hinter dem Erzrivalen auf Platz zwei und misst in Buenos Aires (Donnerstag, 01.40 Uhr MEZ/live bei Premiere) die Kräfte mit Venezuela (13), das bei seiner Anreise am Sonntag wegen eines Triebwerk-Ausfalls in der Provinz Chaco notlanden musste. Jose Pekerman vertraut in seinem dritten Spiel als verantwortlicher Coach der "Gauchos" auch auf das Bundesliga-Duo Andres D'Alessandro (VfL Wolfsburg) und Diego Placente (Bayer Leverkusen).
Nach seiner Traumwoche mit drei Toren in der Bundesliga für Bayern München und zwei Pokaltreffern für die Amateure des Rekordmeisters hofft Perus Jungstar Paolo Guerrero auch auf einen erfolgreichen Einsatz für sein Land (10) im Heimspiel (Donnerstag, 03.45 Uhr MEZ/live bei Premiere) gegen Chile (13). In Perus Kader steht auch Bayern-Sturmkollege Claudio Pizarro.
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