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EM 2012: Wer soll den Zuschlag erhalten?

zuletzt aktualisiert: 16.04.2007 - 10:28

Nyon (RPO). Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz ist noch nicht beendet, schon am Mittwoch (11.30 Uhr/LIVE!-Ticker) aber wird die kontinentale Meisterschaft für das Jahr 2012 vergeben. Uefa-Präsident Michel Platini verkündet in Cardiff/Wales, welcher der drei Bewerber den Zuschlag erhält.

Der große Sieger: Michel Platini.  Foto: AP, AP
Der große Sieger: Michel Platini. Foto: AP, AP

Weltmeister Italien muss sich in der walisischen Hauptstadt Cardiff gegen die Ukraine/Polen bzw. Kroatien/Ungarn durchsetzen, die jeweils mit einer gemeinsamen Bewerbung ins Rennen gehen. Stimmen Sie heute schon ab, wo die EM ausgetragen werden soll!

Da zu diesem 14-köpfigen Gremium auch zwei Mitglieder aus Bewerberländern gehören (Franco Carraro/Italien und Grigoriy Surkis/Ukraine), die an der Wahl nicht teilnehmen dürfen, wählen folgende zwölf Personen den EM-Gastgeber 2012:

Michel Platini (Frankreich/Präsident)
Gerhard Mayer-Vorfelder (Deutschland/Vize-Präsident)
Senes Erzik (Türkei/Vize-Präsident)
Geoffrey Thompson (England/Vize-Präsident)
Angel Maria Villar Llona (Spanien/Vize-Präsident)
Marios N. Lefkaritis (Zypern/Schatzmeister)
Wjatscheslaw Koloskow (Russland/Mitglied)
Gilberto Madail (Potugal/Mitglied)
Joseph Mifsud (Malta/Mitglied)
Per Ravn Omdal (Norwegen/Mitglied)
Mircea Sandu (Rumänien/Mitglied)
Mathieu Sprengers (Niederlande/Mitglied)

Das Wahlprozedere: Der Sieger benötigt die absolute Mehrheit (die Hälfte der Stimmen plus eine). Sollte ein Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten, ist die Wahl beendet.

Ist dies nicht der Fall, findet eine zweite Wahlrunde mit nur noch jenen zwei Bewerbern statt, die in der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten haben. Sollten die verbleibenden zwei Bewerber in der zweiten Runde die gleiche Stimmenzahl erhalten, entscheidet das Votum von UEFA-Präsident Platini, das dann doppelt gezählt wird.

Die Chancen für Italien werden eher als gering eingestuft. Der Manipulationsskandal im Calcio vor Jahresfrist ist noch in allzu frischer Erinnerung und längst nicht vollständig aufgearbeitet.

Trotzdem hoffen die Italiener, dank des früheren Profis bei Juventus Turin, Michel Platini, dessen Stimme im Zweifelsfall doppelt zählt, den Zuschlag zu bekommen. Die französische Fußball-Ikone sagte jedoch in einem Interview Anfang März: "Wenn Italien keinen Verbandspräsidenten hat und die UEFA damit keinen Ansprechpartner, sehe ich keine Chance, dass die EM an Italien vergeben wird."

Auf dem Apennin ist die Botschaft angekommen. Nach über zehnmonatigem Vakuum wurde Anfang April Giancarlo Alete (56) zum neuen Verbandspräsidenten erkürt. Aber reicht das angesichts aller Skandale? Italien will via der EM-Endrunde die maroden Stadien aufmöbeln. Das könnte ein Argument für die UEFA sein, um so Italien unter den "starken Fünf" (zusammen mit England, Deutschland, Spanien und Frankreich) zu erhalten. Hilfe zur Selbsthilfe, gerade wegen Gewalt und Manipulation.

Polen/Ukraine in der Favoritenrolle

Als Favorit gilt in Cardiff aber die gemeinsame Kandidatur der Ukraine mit Polen. Bislang hat die Endrunde nur 1976 in Osteuropa stattgefunden, im damaligen Jugoslawien. Unvergessen ist der Elfmeter-Fehlschuss von Uli Hoeneß im Finale gegen die damalige Tschechoslowakei in den Nachthimmel von Belgrad. Vorher und nachher war nur Westeuropa Ausrichter der Europameisterschaften. Wenn Platini einen Wandel will, müsste er jetzt ein Zeichen setzen.

Bleibt der dritte Kandidat, bleibt Kroatien/Ungarn. Das Problem sind die Ungarn. Die haben schon bei der gemeinsamen Kandidatur mit Österreich für 2004 (Sieger Portugal; Österreich Ausrichter 2008 mit der Schweiz) nicht den Enthusiasmus, den die UEFA erwartete, an den Tag gelegt.

Am Dienstag (16.30 bis 19.45 Uhr) präsentieren die drei Bewerber unter Ausschluss der Öffentlichkeit zum letzten Mal ihre Bewerbungen dem UEFA-Exekutiv-Komitee. Da zu diesem 14-köpfigen Gremium auch zwei Mitglieder aus Bewerberländern gehören (Franco Carraro/Italien und Grigoriy Surkis/Ukraine), die an der Wahl nicht teilnehmen dürfen, wählen zwölf Personen aus dem Exko den EM-Gastgeber 2012.

Quelle: sid

 
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