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DFB-Präsident
Niersbach: Fifa-Kongress nicht lange herauszögern

Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball
Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball FOTO: RPO
Nach der Sperre für Fifa-Chef Blatter und Uefa-Boss Platini ringen die Fußball-Verbände weiter um eine Lösung ihrer Führungskrise. DFB-Präsident Niersbach schließt erstmals eine Verschiebung des Fifa-Wahlkongresses nicht aus - wenn auch nur im Konjunktiv.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach schließt eine Verschiebung des Fifa-Wahlkongresses am 26. Februar nicht mehr kategorisch aus, warnt aber vor einem Hinauszögern der notwendigen Neuordnung an der Fifa-Spitze. "Wenn man wirklich an den Punkt käme, das ist noch nicht besprochen, also im Konjunktiv gesprochen, wir müssten eventuell noch einmal verschieben, dann kann das auf keinen Fall ein langes Herausschieben sein, weil einfach Druck auf dem Kessel ist", sagte Niersbach am Samstag in Leipzig.

Nach der 90-Tage-Sperre für Fifa-Präsident Joseph Blatter und den Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft gegen den 79-Jährigen gibt es offenbar auch Druck von staatlichen Institutionen gegen die Fußball-Funktionäre. "Stand jetzt steht der Fifa-Kongress am 26. Februar mit Neuwahlen. Daraus resultiert der 26. Oktober als Schluss für die Benennung der Kandidaten, und wir wissen von den Behörden, dass die etwas erwarten", sagte Niersbach.

Am Freitag hatten englische Medien berichtet, im Fifa-Exekutivkomitee gäbe es Bestrebung, die Neuwahl zu verschieben. Das war von der Fifa dementiert worden. Am 13. Mai ist der reguläre Fifa-Kongress in Mexiko-Stadt terminiert. Zu einer Sondersitzung unter Interims-Präsident Issa Hayatou trifft sich die Fifa-Exekutive am 20. Oktober in Zürich.

Dem ebenfalls suspendierten Uefa-Chef Michel Platini müsse die Möglichkeit gegeben werden, seine Sicht der Dinge darzulegen. "Ich stehe zu meiner Meinung, dass es eine Belastung für ihn ist, nachdem er vor 14 Tagen noch der absolute Favorit war. Aber was das Uefa-Exekutivkomitee zum Ausdruck bringen wollte ist, dass es noch keine Verurteilung ist, es ist eine provisorische Sperre."

Niersbach trat damit Berichten entgegen, zwischen ihm und Uefa-Exko-Kollegen gäbe es womöglich einen Dissens, wie mit der Personalie Platini umzugehen sei. Der DFB-Chef hatte am Donnerstag betont, dass durch die Sperre für Platini eine "neue Situation" eingetreten sei. Wenig später teilte die Uefa mit, dass die Exekutive den suspendierten Chef "voll und ganz unterstütze". Die Uefa-Führung trifft sich am kommenden Donnerstag zu einer Sondersitzung in ihrer Zentrale in Nyon.

 

(dpa)
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