2. Bundesliga 17/18 2. Bundesliga
| 15.30 Uhr

Nach Ausschreitungen in München
Polizei fordert Reaktion des DFB

Ausschreitungen in der Relegation: Polizei fordert Reaktion des DFB
Die Polizei war im Großeinsatz in München vor Ort. FOTO: dpa, kne fpt
München. Führende Vertreter der Polizei fordern nach den Ausschreitungen  im Relegations-Rückspiel zwischen 1860 München und Jahn Regensburg (0:2) Konsequenzen – und nehmen auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in die Pflicht.

"Alle Verantwortlichen von der DFL über den DFB bis zu den Verbänden, aber vor allem die Vereine müssen jetzt konkrete Maßnahmen festlegen und umsetzen", sagte der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä.

Konkret forderte er als Reaktion auf "inakzeptable Verhaltensweisen" wie die der randalierenden Löwen-Fans am Dienstagabend Sperrungen entsprechender Blöcke im Stadion, Geisterspiele oder Punktabzüge. Andrä sieht ein grundsätzliches Problem. Die Geschehnisse von München reihten sich "leider in zahlreiche Vorfälle der Fußball-Saison 2016/17 ein", sagte er, "ich denke da zum Beispiel auch an das martialische Auftreten der Dresdner Fans in Karlsruhe".

Auch Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), nannte die Ereignisse von München in der Heilbronner Stimme "erschreckend". Als Reaktion hält er "einen verstärkten Einsatz von Videokameras mit Gesichtserkennungssoftware für überlegenswert. Diese Technik ist notwendig, um Täter zu überführen und die Straftaten zu ahnden". Eine Personalisierung von Tickets sei dagegen "kein Königsweg", aber "dort sinnvoll, wo es häufiger zu Vorfällen kommt".

Den Einsatz vor Ort verteidigte die Polizei. Man habe in der Münchner Arena bewusst für ein "deeskalierendes Vorgehen" entschieden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Es sei zu befürchten gewesen, dass ein direktes Einschreiten gegen die randalierenden Löwen-Fans eine weitere Eskalation nach sich gezogen hätte.

Kurz vor Schluss der Partie hatten Fans von 1860 in der Nordkurve randaliert und Sitzschalen sowie Stangen in Richtung des Regensburger Torhüters Philipp Pentke geworfen. Dutzende Polizisten bezogen zwischen dem Strafraum und der Tribüne Stellung. Die Partie konnte erst nach einer Unterbrechung zu Ende gespielt werden. Zehn Polizisten wurden bei den Fan-Ausschreitungen im Stadion leicht verletzt.

Durch Sichtung der Videoaufnahmen hoffen die Ermittler nun, die Täter eindeutig identifizieren zu können. Um sämtliche Straftaten aufzuklären, wurde eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Rund um die Partie wurden zehn Fans festgenommen - unter anderem wegen Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

(sid)
 
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