Wettskandal: Jansen-Comeback doch nicht abzusehen
zuletzt aktualisiert: 17.03.2005 - 13:59Frankfurt/Berlin (rpo). Bis zum Comeback von Schiedsrichter Jürgen Jansen wird entgegen letzten Meldungen noch einige Zeit ins Land gehen. Die Ermittlungen gegen den Essener Unparteiischen, der im Zuge des Wettskandals in die Schlagzeilen geraten war, laufen nach weiter.
"Das Verfahren hängt weiter an. Jansen ist ein Beschuldigter. Es wird gegen alle 25 Beschuldigten ermittelt", sagte der Sprecher der Staatswanwaltschaft Berlin, Michael Grunwald.
Dabei hatte Schiri-Boss Volker Roth (Salzgitter) beim Treffen der deutschen Fifa-Referees am vergangenen Dienstag in Frankfurt dem 44-Jährigen, der auf Grund der Ermittlungen derzeit nicht vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingesetzt wird, bereits ein Comeback im Profi-Fußball in Aussicht gestellt. "Sobald das DFB-Sportgericht grünes Licht gibt, werden wir Jansen vorsichtig in der 2. Liga und der Regionalliga aufbauen", meinte der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des DFB und Chef der europäischen Referees.
Insgesamt bleiben die Vermutungen, dass auch der vom DFB vorläufig aus dem Verkehr gezogene Bundesliga-Schiri Jansen in den Skandal verwickelt sein könnte, weiter nebulös. Eine Manipulation beim von Jansen geleiteten Spiel Kaiserslautern-Freiburg (3:0) konnte seitens des DFB-Sportgerichts nicht bestätigt werden. Einspruchsführer Freiburg will nun vor dem DFB-Bundesgericht den Beweis der Spielmanipulation antreten. Ein Termin steht noch nicht fest.
"Tuschel-Vorwurf" entkräftet
Am Donnerstag sorgten dann insbesondere die "Tuschel-Vorwürfe" gegen Profi Torsten Bittermann vom Zweitligisten Dynamo Dresden und der von dem hauptbeschuldigten Ex-Referee Robert Hoyzer in den Wettsumpf gezogene Jansen für Aufregung. Laut eines Berichtes der Bild-Zeitung hatte ein neuer Zeuge ausgesagt, dass der damals verletzte Bittermann mit Jansen am 21. November des vergangenen Jahres vor der Partie seines Klubs gegen die SpVgg Unterhaching (1: 0) bis kurz vor dem Anpfiff im VIP-Raum lange zusammengesessen und Zettel ausgetauscht haben soll.
"Bittermann war am 21. November definitiv zur Spielbeobachtung in Koblenz", sagte Dynamos Honorar-Manager Siegmar Menz. Bittermann selbst verwies auf ein "schwebendes Verfahren" und wollte sich nicht äußern. Der Abwehrspieler sollte laut Menz bei der Regionalliga-Partie in Koblenz Oliver Straube im Spiel gegen den SC Feucht beobachten. Straubes geplanter Wechsel zu Dynamo platzte in der Winterpause. Der 37-jährige Bittermann ist momentan wieder angeschlagen und gehörte zuletzt nicht zum Kader. Er wird seine Laufbahn im Sommer beenden und übernimmt ab Juli Manageraufgaben beim Regionalligisten Chemnitzer FC.
Jansens Anwalt Stephan Reiffen kündigte unterdessen an, dass rechtliche Schritte gegen die Bild-Zeitung geprüft werden und ergänzte: "Ich gehe davon aus, dass Jürgen Jansen in dieser Saison noch pfeifen wird. Er ist im Training und baut wieder Kondition auf. Ich finde es vernünftig, ihn zunächst in der zweiten Liga und Regionalliga pfeifen zu lassen."
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