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"EM ist nur ein Zwischenziel"
Löws Lebensziel: WM-Titel 2018 verteidigen

Fotos: Löw jubelt nach WM-Titel mit Pokal
Fotos: Löw jubelt nach WM-Titel mit Pokal FOTO: dpa, nic
Joachim Löw denkt zum Jahresende schon weit über das Fußball-Großereignis 2016 hinaus - sein Traum ist der erneute WM-Titel zwei Jahre später.

Joachim Löw ist Weltmeistertrainer, er steht auf einer Stufe mit den ganz Großen. Doch zum Jahresende, wenn er mit der Familie in Freiburg seine rare Freizeit genießt, strebt er etwas Einmaliges an: Einen Coup, der Sepp Herberger, Helmut Schön und auch Franz Beckenbauer verwehrt blieb.

Zwischen Kinobesuchen und ruhigen Stunden in seinen Lieblingsrestaurants blickt der Fußball-Bundestrainer schon weit über das Großereignis 2016 hinaus. "Die EM in Frankreich ist ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur WM 2018 in Russland", sagte er dem Radiosender B5 aktuell. Sein Traum: ein zweiter WM-Titel, nach dem Triumph von Rio de Janeiro die Bestätigung in Moskau.

Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister FOTO: dpa, ss

Löw weiß, dass ihm dies Unsterblichkeit verleihen würde. "Es wäre etwas ganz, ganz Besonderes, wenn wir es schaffen würden, den Weltmeistertitel zu verteidigen. Das hat noch keine deutsche Mannschaft in der Geschichte geschafft", sagte er.

Herberger scheiterte vier Jahre nach dem Wunder von Bern im Halbfinale 1958 an Schweden, Schön ereilte 1978 in Argentinien die "Schmach von Cordoba", Beckenbauers Nachfolger Berti Vogts verlor 1994 im Viertelfinale sensationell gegen Bulgarien.

Russland 2018 aber ist Zukunftsmusik, Joachim Löw hat auch vor dem Weihnachtsfest noch genug an der jüngsten Vergangenheit zu knabbern: am Terror von Paris, den die deutsche Nationalmannschaft im Stade de France am 13. November hautnah miterlebt hat. Wenige Tage später führte eine Terrordrohung zur Absage des Länderspiels gegen die Niederlande in Hannover.

Fotos: Lahm stemmt den lang ersehnten Pokal in die Höhe FOTO: dpa, nic

Paris verarbeiten

"Die schrecklichen Ereignisse in Paris trägt jeder Einzelne von uns mit sich", sagt Löw. Die Erlebnisse hat er, wie viele Spieler auch, "in einigen Gesprächen mit der Familie und dem Team-Psychologen Hans-Dieter Hermann" aufgearbeitet. Eine gewisse Unruhe aber ist geblieben.

Die Konfrontation mit dem Thema ist ohnehin unausweichlich. Am 16. Juni spielt die deutsche Nationalmannschaft ihr zweites EM-Spiel gegen Polen im Stade de France, fünf Tage danach geht es zum Duell mit Nordirland erneut in den Schatten des Eiffelturms, allerdings ins Prinzenpark-Stadion.

Einen negativen Einfluss auf die Leistung seiner Mannschaft will Löw verhindern. "Wir müssen im März darüber reden, darauf müssen wir uns einstellen", sagte der 55-Jährige. "Wir dürfen die unangenehmen Erinnerungen nicht mit ins Turnier nehmen."

Ein Weihnachtswunsch des Bundestrainers erscheint jedenfalls nicht sonderlich realistisch: "Etwas mehr Zeit für die alltäglichen Dinge" im Jahr 2016. Es gibt ja etwas zu gewinnen.

(sid)
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