Dortmunds Neuzugang Kehl hielt dem Druck Stand: Kehl gab die Antwort auf dem Platz
zuletzt aktualisiert: 28.01.2002 - 10:56Dortmund (rpo). Mit Spannung wurde der erste Auftritt des Neu-Borussen Sebastian Kehl erwartet. Beim 3:1 (1:0)-Sieg von Borussia Dortmund über Hertha BSC Berlin stellte der Jung-Nationalspieler mentale Stärke unter Beweis.
Scheinbar unbeeindruckt vom Transferstreit der vergangenen Wochen machte der Nationalspieler mit einer unspektakulären, aber effektiven Vorstellung die negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen vergessen. Am Ende des gelobten Pflichtspiel-Debüts im Trikot des neuen Arbeitgebers konnte Kehl endlich wieder lachen: "Ich bin froh, dass es wieder um Fußball geht. Meine Außendarstellung in den vergangenen Wochen war nicht korrekt, jetzt kann ich viele Dinge über Leistung korrigieren. "Die harsche Kritik der im Transferstreit um Kehl unterlegenen Münchner erwies sich als leistungsfördernd. Keiner seiner Mitspieler hatte mehr Ballkontakte (81), kaum einer spielte weniger Fehlpässe. Nicht nur die Treffer von Jan Koller (7./54.) und Christian Wörns (76.) vor 63 000 Zuschauern im Westfalenstadion stimmten Matthias Sammer für den anstehenden Kampf um die Meisterschaft zuversichtlicher. "Sebastian war läuferisch und verbal voll da. Mit seinem Einstand bin ich sehr zufrieden", lobte der BVB-Trainer und stärkte seinem kritisch beäugten Neuzugang damit demonstrativ den Rücken.
Nur ein Tor blieb dem ehemaligen Freiburger trotz mehrerer guter Chancen verwehrt. Doch die überhasteten Aktionen vor dem gegnerischen Tor konnten seiner guten Laune nichts anhaben. Die vor allem in der zweiten Halbzeit ansehnliche Vorstellung des Gastgebers, der nur nach dem Gegentreffer von Andreas Neuendorf (71.) für kurze Zeit die Kontrolle über die Partie zu verlieren schien, bestärkte ihn in seiner vor der Winterpause getroffenen Entscheidung für den Revierclub. Ebenso wie der auf acht Punkte angewachsene Abstand zu den Bayern. "Wir haben das Potenzial, um am Ende ganz oben zu stehen", meinte der Mittelfeldspieler nach dem nunmehr neunten Punktspiel des Tabellenzweiten ohne Niederlage.
Eine passende Antwort auf die Kritik der vergangenen Wochen gab neben Kehl auch dessen Mitstreiter Koller. Der zuletzt wegen seiner Abschlussschwäche gescholtene tschechische Nationalspieler machte sich endlich einmal nicht nur als fleißiger Arbeiter, sondern auch als Torschütze verdient. Bei so viel positiven Entwicklungen redete selbst der ansonsten zurückhaltende Dortmunder Manager Michael Meier zwischen den Zeilen von der Meisterschaft: "Diese Mannschaft muss man auf dem Zettel haben. Sie spielt zwar nicht berauschend, aber erfolgreich."
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