TV-Kartell in Großbritannien?: Kirch reicht Klage ein
zuletzt aktualisiert: 14.08.2001 - 17:11London (rpo). Die Kirch-Gruppe hat bei der europäischen Kartellbehörde eine Klage gegen die britischen TV-Sender BBC und ITV eingereicht. Kirch, der die TV-Rechte für die WM 2002 in Südkorea und Japan sowie 2006 in Deutschland erworben hat, vermutet eine unerlaubte Absprache zwischen den beiden Sendern, um den angestrebten Preis seiner Rechte zu drücken.
BBC ist ein öffentlich-rechtlicher Sender wie ARD/ZDF, die - gemeinsam und nicht in Einzelverhandlungen - 250 Millionen Mark für die Ausstrahlung von 24 Live-Spielen bezahlen. ITV ist ein Kommerzsender vergleichbar mit SAT.1.
Kirch hatte sich auch an den Pay-TV-Sender BskyB seines Geschäftspartners Rupert Murdoch gewandt. Die englischen Politiker machten ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung, die WM 2002 wie in Deutschland zu splitten und via Free-TV und Pay-TV zu verkaufen. Laut englischem Recht, geschaffen auch im Hinblick auf die neue TV-Vermarktungssituation, darf kein WM-Spiel exklusiv in einem Pay-TV-Sender laufen, gemäß dem Motto: Eine Weltmeisterschaft gehört allen!
Kirch hat beim Welt-Verband Fifa die Rechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 weltweit für 3,4 Milliarden Mark erworben. Wenn er gesetzlich dazu verpflichtet würde, die Spiele im frei empfangbaren Fernsehen auszustrahlen, ließe sich die Summe kaum mehr refinanzieren.
Die EU hat den Eingang der Klage bestätigt, kann über die Annahme und einen eventuellen Ausgang aber noch nichts sagen. Ein EU-Sprecher: "Wir sind dabei, die Sachlage zu studieren und Informationen zu sammeln. Danach werden wir entscheiden, ob eine offizielle Untersuchung eingeleitet wird."
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