"MV" kündigt Gespräche an: Kostenerstattung für Bayern im "Fall Deisler"?
zuletzt aktualisiert: 28.05.2002 - 15:49Seoul (rpo). Schmerzensgeld für Bayern? Gerhard Mayer-Vorfelder hat angekündigt, dass er mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München über mögliche Kosten beim Genesungsprozess von Nationalspieler Sebastian Deisler reden wird.
Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte eine DFB-Beteiligung angesprochen, nachdem der 22 Jahre alte Neuzugang im Länderspiel in Leverkusen gegen Österreich (6:2) eine schwere Knieverletzung erlitten hatte. Der Mittelfeldspieler fällt wegen eines Knorpelschadens ein halbes Jahr aus.
"Zunächst einmal muss man feststellen, dass es sich bei Sebastian Deisler um eine Folgeverletzung handelt. Wir werden uns mit den Bayern zusammensetzen. Vielleicht ergibt sich schon in Miyazaki eine Gelegenheit. Soweit ich weiß, geht es nur um eine Beteiligung an den OP- und Reha-Kosten. Dazu muss man die Versicherungsfrage klären, denn er ist über den Verein versichert und natürlich auch in Länderspielen über den DFB", sagte Mayer-Vorfelder am Rande des Außerordentlichen Fifa-Kongresses in Seoul dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Keine Probleme erwartet
Auch die Vereinigung der Vertragsfußballspieler VdV befürchtete keinerlei Probleme in der Versicherungsfrage. "Der DFB hat die Dringlichkeit von versicherungsvertraglichen und sozialrechtlichen Problemstellungen nach den schwerwiegenden Verletzungen der Nationalspieler Steffen Freund bei der EM 1996 und Matthias Sammer erkannt und hat Verletzungen von Nationalspielern im Training und Spiel durch ein umfassendes Versicherungspaket abgesichert", teilte VdV-Geschäftsführer Ernst Thoman mit. Auch die sozialrechtliche Frage sei im Einvernehmen mit der Verwaltungsberufsgenossenschaft VBG "absolut zufriedenstellend" gelöst.
Eine Beteiligung an den Gehaltskosten Deislers bei dessen neuem Klub Bayern München ist aber offenbar kein Thema. Bereits 1996 bei der Verletzung von Nationalspieler Steffen Freund (Kreuzbandriss) im EM-Halbfinale gegen England hatte Borussia Dortmund versucht, den Verband an den Kosten zu beteiligen, da der Mittelfeldspieler damals ebenfalls mehr als ein halbes Jahr ausgefallen war.
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