Spieler gingen im Training aufeinander los: Lorant kann Premiere kaum erwarten
zuletzt aktualisiert: 17.01.2002 - 14:16Antalya (rpo). Werner Lorant ist heiß auf seine Premiere für Fenerbahce in der ersten türkischen Liga. Und auch die Mannschaft kann sich kaum noch im Zaum halten. Im Training flogen jetzt statt Bällen die Fäuste.
"Die Mannschaft kann sich kaum noch zügeln. Und auch ich freue mich, dass es endlich losgeht. Wir können unser Ziel erreichen. Und das heißt Meisterschaft", sagte der Trainer vor seinem erstem Spiel mit dem Tabellendritten Fenerbahce Istanbul am Freitag bei Samsunspor.
Der 53-Jährige, der nach seinem Rauswurf bei 1860 München zu Jahresbeginn an den Bosporus gewechselt war, hatte vor der Auswärtsbegegnung vor allem mit Disziplin-Problemen zu kämpfen. Bei der abschließenden Übungseinheit im Trainingslager in Antalya nahm zunächst der Ex-Freiburger Ali Günes seinen Teamkollegen Ceyhun in den Schwitzkasten, ehe auch noch der Schwede Kenneth Andersson durchdrehte und um sich schlug. "Was ist denn hier los?" wunderte sich Lorant - und brach das Training ab.
Erste Strafen wurden ausgesprochen
Dabei hatte "Werner beinhart" die Zügel schon sofort nach Amtsübernahme angezogen. Weil die drei Spieler Fatih, Ümit und Serkan um 8.35 Uhr fünf Minuten zu spät zum Frühstück erschienen waren, mussten sie jeweils über 100 Euro Strafe zahlen. Außerdem führte der Mann mit der markanten Grauhaar-Frisur feste Bettzeiten ein - und kontrollierte diese im Trainingslager persönlich um 22.30 Uhr.
Abgesehen von derartigen Randgeschichten, gefällt es Lorant in seiner neuen Heimat immer besser. "Ich liebe die Türkei. Ich kann mir vorstellen, mit 55 bei Fenerbahce aufzuhören. Aber in der Türkei würde ich auch noch weitermachen", erklärte der Coach zuletzt immer wieder.
Kein Wunder: Die türkischen Zeitungen huldigen Lorant derweil unentwegt. Nach ersten Testspielsiegen wurde der Ex-Profi bereits als "Magier, der den Zauberstab geschwungen hat" gefeiert. Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim schwärmte ebenfalls in höchsten Tönen von seiner Neuerwerbung: "Jetzt sind wir ein anderes Fenerbahce. Lorant hat in nur ein paar Tagen der Mannschaft Siegeswillen und Stärke eingeimpft. Wenn wir in diesem Tempo weiter spielen, dann werden wir sicher Meister."
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