Argentiner wird nicht Manager in Neapel: Maradona in Italien von Steuerfahndern empfangen
zuletzt aktualisiert: 11.01.2001 - 22:28Rom (sid). Der frühere argentinische Fußball-Star Diego Maradona ist bei seiner Einreise nach Italien von der italienischen Steuerfahndung empfangen worden. Zwanzig Beamte erwarteten auf dem Flughafen von Rom den Weltmeister von 1986, der auf dem Weg zu Präsentation einer Münzkollektion war.
Dem früheren Mittelfeldspieler des SSC Neapel wird vorgeworfen, in Italien Steuerschulden von rund 52 Millionen Mark angesammelt zu haben. Maradona wurde von den Steuerfahndern in einen Nebenraum des Flughafens geleitet, um ihn zu den Vorwürfen zu befragen und angeblich Unterlagen zu unterzeichnen. Danach durfte der Argentinier, der alle Anschuldigungen zurückwies, den Flughafen verlassen.
Zuvor war die geplante Rückkehr des Südamerikaners als Manager seines früheren Klubs in Neapel geplatzt. Maradona kritisierte Vereins-Chef Corrado Ferlaino, weil der ihn 1991 nach seinem positiven Drogen-Test im Stich gelassen habe.
"Ferlaino hat sich nicht geändert. Als ich positiv getestet wurde, hat er mich nicht verteidigt und nur aufgehört, mich zu bezahlen", sagte der ehemalige Dribbel-Künstler. Noch zu Beginn der Woche hatten beide Seiten über eine Rückkehr Maradonas an seine alte Wirkungsstätte gesprochen. Die Verhandlungen sind allerdings wegen der hohen Gehaltsforderung des 40-Jährigen in Höhe von acht Millionen Dollar abgebrochen worden. Außerdem sprach sich Klub-Besitzer Giorgi Corbelli gegen eine Verpflichtung Maradonas als "General-Manager" aus.
Der ehemalige Nationalelf-Kapitän spielte fünf Jahre für Neapel und führte die Süditaliener zu zwei Meisterschaften. Im vergangenen Monat wurde Maradona nach einer überstandenen Drogentherapie auf Kuba gemeinsam mit Brasiliens Weltstar Pele zum "Fußballer des 20. Jahrhunderts gewählt".
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