Stimmen zum 1:5-Debakel gegen England: Marko Rehmer: "Resultat ist bitter und niederschmetternd
zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 22:47Düsseldorf (rpo). Eine historische Niederlage für die deutsche Nationalmannschaft im Münchener Olympiastadion. Da fallen Erklärungen schwer. Trotzdem wagten sich Mitglieder der deutschen Mannschaft nach der 1:5-Pleite gegen England vor die Mikrophone der Reporter.
DFB-Trainer Michael Skibbe: "Am Anfang ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dann allerdings haben wir zwei Tore erhalten nach Standardsituationen, als wir eigentlich schon geklärt hatten. Das dritte Tor hat uns dann endgültige aus der Bahn geworfen. Insgesamt hatten wir in der Defensive nicht die Stabilität wie im Hinspiel in England. Da sind Fehler aufgetreten, die enttäuschend waren. Jetzt müssen wir eben unsere minimale Chance nutzen mit einem Sieg gegen Finnland. "
Marko Rehmer: "Nach dem schnellen 1:0 dachten vielleicht einige, die können wir ja abschießen. Und dann sind wir gnadenlos ausgekontert worden. Das Resultat ist sehr bitter und niederschmetternd.
Jens Nowonty (Bayer Leverkusen): "Es war heute nicht der erwartete Fight. Wir haben gerade, was das Defensivverhalten angeht die Ordnung vermissen lassen. Ab Mitte der zweiten Halbzeit ließ auch der Einsatz zu wünschen übrig."
Dietmar Hamann (FC Liverpool): "Dass wir so auseinanderfallen, darf nicht passieren. Wir wussten alle, wie gut die Engländer sind, aber wir haben die Gegentore zu ganz dummen Zeitpunkten bekommen. Die Engländer waren aber sicher nicht vier Tore besser als wir."
Trainer Sven-Göran Eriksson (England): "Ich bin natürlich überglücklich. Die Tür zur WM steht für uns jetzt offen, jetzt können wir den Gruppensieg aus eigener Kraft schaffen. Wir waren heute im Kopf unheimlich stark. Aber 2:1 oder 3:1 hätte nach dem Spielverlauf auch gereicht."
Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident): "Nach dem 1:3 war das Spiel gelaufen, danach war jeder Konter ein Tor. Wir haben gegen eine exzellent aufspielende Mannschaft verloren. Der einzige, von den man sagen kann, dass er gekämpft hat, war Carsten Jancker. Aus dem Mittelfeld kamen keinerlei Impulse und die Abwehr stand ausgesprochen schlecht."
Karl-Heinz Rummenigge (Bayern München): "Wir haben heute unser Waterloo erlebt. Ich habe noch nie eine so hohe Heimniederlage gesehen. Besonders erschreckt hat mich, dass wir zwischendurch fast aufgegeben haben."
Werner Hackmann (Vorstandsvorsitzender des Ligaverbandes): "Es wird nun sehr, sehr schwer, weil England das bessere Torverhältnis hat. Besonders erschreckt hat mich das Abwehrverhalten."
Lennart Johansson (Uefa-Präsident): "So ist das im Fußball. England hat sehr gut gespielt - mit Owen und Beckham. Man soll aber nicht sagen, dass der deutsche Fußball so schlecht ist. Ich bin mir sicher: Die Deutschen sind bei der nächsten WM dabei."
Uwe Seeler (Ehrenspielführer): Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass wir zuhause gegen England verlieren würden. Wir haben den Gegner stark gemacht. Und auch völlig zurecht in dieser Höhe verloren. Es war einfach kein Biss in unser Mannschaft."
Guus Hiddink (Nationaltrainer Südkorea): "Das Ergebnis ist schon eine Überraschung. In den ersten 20 bis 25 Minuten hatte es aber nicht danach ausgesehen. Deutschland hat stark angefangen. Ich denke trotzdem, dass Deutschland als Gruppenzweiter das WM-Ticket lösen wird."
David Beckham (Manchester United): "Wahnsinn. Brillant. Unglaublich. Davon werden wir noch lange zehren, auch wenn das in der Qualifikation noch keine Entscheidung war. Das Team hat Kampfgeist gezeigt, Charakter bewiesen und nach dem 0:1 zurückgebissen."
Michael Owen (FC Liverpool): "Das hätte keiner gewagt, vorherzusagen. Mein Hattrick war ganz toll, aber war nicht allein mein Verdienst. Die ganze Mannschaft hat heute Weltklasse gespielt."
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