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Ex-Nationalspieler wird 50
Für Sammer ist Fußball längst nicht mehr alles

Porträt: Matthias Sammer: Heißsporn und Mahner
Porträt: Matthias Sammer: Heißsporn und Mahner FOTO: dpa, Peter Kneffel
München. Matthias Sammer wird 50. Auch nach seinem Abschied von Bayern München ist der frühere Nationalspieler und DFB-Sportdirektor dem Fußball eng verbunden.

Auf den ganzen Trubel hat Matthias Sammer keine Lust. Er flüchtete kurzerhand in den Süden, um dort halbwegs in Ruhe mit seiner Familie und ein paar Freunden am Dienstag seinen 50. Geburtstag zu feiern.

Auch nach seinem Abschied von Bayern München im Sommer 2016 ist Sammer ein gefragter Mann. Als Experte bei TV-Sender Eurosport und als Pate eines Jugendprojekts von adidas ist der Europameister von 1996 dem Fußball inzwischen wieder eng verbunden - und seine Meinung ist nach wie vor gefragt.

Er springt Weltmeister Thomas Müller emotional zur Seite, er kritisiert seinen Ex-Klub Bayern, macht sich Sorgen um Dortmund, unterstützt den DFB und nimmt sich in diesem Zusammenhang die Ultra-Szene vor. Sammer nimmt auch in seiner neuen Rolle kein Blatt vor den Mund, er polarisiert – so wie er es als Spieler, als Trainer, DFB-Sportdirektor oder zuletzt als Sportvorstand beim FC Bayern getan hat.

Ein leichter Schlaganfall im Frühjahr 2016 änderte im Leben von Sammer einiges. Die gesundheitlichen Probleme führten zu einem Umdenken. Sammer wollte sich die Strapazen, den hohen Zeitaufwand verbunden mit einem großen Energieverlust, gerade bei einem Klub wie dem FC Bayern, nicht mehr antun.

Sammer schließt Rückkehr in Profifußball aus

Deshalb schloss er zuletzt auch eine Rückkehr in den Profifußball aus. "Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag mit aller Energie dem Klub, der Mannschaft und auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stehen – diesen Aufgaben möchte ich im Moment nicht nachkommen", sagte er.

Bei Eurosport fühlt sich der frühere Nationalspieler, dem lange der Ruf des "Motzki" vorauseilte, gut aufgehoben. Er wolle "fachlich kompetent, unterhaltsam und dazu mit vielen Einblicken in die 'Seele' einer Mannschaft und in das, was bei und hinter einem Team passiert, von der Bundesliga berichten", sagte Sammer.

Dass diese Einblicke nicht jedem passen, liegt auf der Hand. Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß sprach vor Kurzem mal eine "Warnung" an Sammer aus. Doch dass daraus gleich eine Feindschaft zwischen den beiden konstruiert wurde, findet Hoeneß "unglaublich".

Beide könne vielmehr "nichts mehr trennen, weil wir so viel miteinander erlebt haben. Matthias ist ein hervorragender Fachmann, der für jede Expertenrunde gut ist. Die Zuschauer werden davon profitieren", betonte Hoeneß.

Doch Sammer, der seine aktive Laufbahn 1999 wegen einer schweren Knieverletzung beenden musste, genießt inzwischen auch sein Leben ohne Fußball, "den Alltag und die Einfachheit der Dinge", wie er unlängst beim Inforadio rbb verriet.

Er genieße "all die Gespräche mit meinen Lieben, mit Menschen, die mit mir auf einer Wellenlänge liegen", führte er weiter aus. Es sind die normalen Dinge, die für Sammer immer weit weg gewesen waren. Wenn er etwa im Supermarkt sei, räumte er ein, "merke ich endlich, was es dort alles zu kaufen gibt, wie man bezahlen muss".

Am wichtigsten für Sammer aber ist, dass es ihm "sehr gut geht. Meine Gesundheit ist wiederhergestellt".

(sid)
 
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