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"Möchte auf dem Platz sterben": Menotti zurück auf die Trainerbank

zuletzt aktualisiert: 15.03.2002 - 10:17

Buenos Aires (rpo). Nach knapp drei Jahren Pause hat der argentinische Weltmeister-Coach von 1978, César Luis Menotti, Ein neues Engagament als Trainer angenommen. Der 64-Jährige betreut ab sofort den argentinischen Verein Rosario Central.

Bei dem Club, der zur Zeit den letzten Platz in der Meisterschaft belegt, hatte Menotti 1960 seine Karriere als Profi gestartet. "Fußball ist mein Leben, ich möchte am liebsten auf dem Spielfeld sterben", hatte "El Flaco", der "Dünne", wie Menotti seit Jahrzehnten gerufen wird, jüngst erklärt.

Bei seinem Lieblingsverein wird Menotti Medienberichten zufolge zunächst bis Juni gratis arbeiten. "Ich bin ein Fan von Rosario, ich liebe Rosario, für den Club stecke ich meinen Kopf sogar unter das Fallbeil", sagte er. Der Verein, bei dem unter anderem auch der WM- Torschützenkönig von 1978, Mario Kempes, seine Laufbahn begann, macht eine schwere finanzielle und sportliche Krise durch.

Menotti war zuletzt in Argentinien als Spielerbeobachter für den spanischen Spitzenclub FC Barcelona tätig. Der Kettenraucher war dieser Tage in Spanien auch als Kandidat für die Nachfolge des umstrittenen Carles Rexach im Gespräch. Menotti hatte Barcelona Anfang der 80er Jahre trainiert und dort auch seine letzten Titel im Profifußball errungen. Argentinische Medien berichten, dass Barcelona und Rosario einen Kooperationsvertrag unterzeichnen wollen.

Nach dem Ende seiner erfolgreichen Stürmerkarriere, die ihn unter anderem nach Italien, in die USA und nach Brasilien führte, kam Menotti 1973 als Trainer in Argentinien groß heraus, als er den Verein Huracan zum ersten Titel führte und dabei seine Schützlinge eleganten Fußball spielen ließ. Mit Argentinien gewann er 1978 die WM, im Jahr darauf holte er U 20-WM ins Land der Gauchos. Danach trainierte Menotti die argentinischen Spitzenteams Boca Juniors und River Plate, Atletico Madrid und Sampdoria Genua sowie die mexikanische Nationalelf. Zuletzt hatte er 1999 bei Independiente in Buenos Aires gearbeitet.

In seinem Heimatland betätigte sich Menotti in den vergangenen Jahren mit mäßigem Erfolg auch als TV-Moderator und Politiker. In die Geschichte wird er für die Argentinier allerdings als "Philosoph des Fußballs" eingehen. "Man muss sich nicht totlaufen, um gut Fußball zu spielen", sagte er stets. Eine ganz andere Auffassung vertrat Carlos Bilardo. Der argentinische Weltmeistercoach von 1986, für den das Ergebnis alle Mittel heiligte, gilt deshalb noch heute als Erzfeind Menottis.

Quelle: RPO Archiv

 
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