Uefa-Cup: 1:1 in Krakau: Mpenza erlöst Schalke
zuletzt aktualisiert: 28.11.2002 - 19:27Krakau (rpo). Fast wäre Schalke 04 im Uefa-Cup-Auswärtsspiel in Krakau am eigenen Unvermögen verzweifelt, doch dann erlöste Mpenza die Knappen mit dem Ausgleich.
Emile Mpenza hat dem FC Schalke 04 die Tür zum Einzug ins Achtelfinale des UEFA-Pokals offen gehalten. Mit seinem späten Tor zum 1:1 (0:1) im Drittrunden-Hinspiel bei Wisla Krakau (81.) bügelte der Belgier am Donnerstag ein Kopfball-Eigentor des Dänen Christian Poulsen (39.) aus. Vor 9000 Zuschauern im ausverkauften Wisla-Stadion versiebte der DFB-Pokalsieger allerdings ein gutes Dutzend Chancen und vergab so eine bessere Ausgangsposition für das Rückspiel am 10. Dezember in der Arena "AufSchalke".
Gegen den offensivstarken Tabellenführer der polnischen Liga, der in 15 Punktspielen 42 Tore erzielt hat, suchten die Schalker ihr Heil selbst in der Flucht nach vorn. Schon kurz nach dem Anpfiff hätte der UEFA-Cup-Sieger von 1997 in Führung gehen können, doch der von Mpenza frei gespielte Jörg Böhme zielte mit seinem schwächeren rechten Fuß weit am Krakauer Tor vorbei. Schalke kam auch in der Folgezeit zumeist über die rechte Seite zu gefährlichen Aktionen. Eine Eingabe von Gerald Asamoah, der trotz einer Fleischwunde am Schienbein spielte, drückte Ebbe Sand aus der Bedrängnis neben den Pfosten (7.).
Der Kapitän vertrat den wegen wie vier weitere verletzte Stammspieler zu Hause gebliebenen Andreas Möller in die Rolle des Spielgestalters und war als Ballverteiler und Vollstrecker in Personalunion der überragende Schalker auf dem Platz. Sand legte für Böhme (11.) und Mpenza (37.) auf, doch beide scheiterten am französischen Torhüter Angelo Hugues.
Krakau blieb nichts schuldig und brachte die Schalker Abwehr um den vom Publikum ausgepfiffenen Ex-Nationalspieler Tomasz Hajto mit direktem und schnellem Spiel in Verlegenheit. Vor allem Marcin Kuzba war ein permanenter Unruheherd. In der 4. Minute scheiterte Kuzba an Frank Rost, in der 27. brachte er Kalu Uche in Position, doch der Nigerianer bugsierte den Ball aus fünf Metern über das Schalker Tor.
Die Führung für die Gastgeber fiel somit nicht wie aus heiterem Himmel, war in ihrer Entstehung aber mehr als unglücklich. Einen Freistoß von Miroslaw Szymkowiak verlängerte Poulsen mit dem Hinterkopf zur Überraschung von Rost ins eigene Netz (39.). Hätte der griechische Schiedsrichter Georgios Kasnaferis beim Einsatz von Marco van Hoogdalem gegen Uche (43.) Elfmeter gepfiffen, wäre es für Schalke vor der Pause noch dicker gekommen.
Schalke bemühte sich nach Wiederanpfiff fast verzweifelt um ein wichtiges Auswärtstor. Doch Frank Neubarths Offensivkräfte trieben dem Trainer das blanke Entsetzten ins Gesicht. Böhme und Asamoah brachten drei Versuchen innerhalb von fünf Sekunden den Ball nicht im Krakauer Tor unter (46.). Sand (53.) und Mpenza (56., 76.) und Poulsen (73.) ließen beste Gelegenheiten ebenfalls aus. Erst als der heraus gelaufene Torhüter Hugues mit einer missglückten Kopfball- Abwehr mithalf, gelang Schalke der ersehnte Treffer. Mpenza hatte keine Mühe, den Ball ins leere Tor zu schieben (81.). Trost für Poulsen: Der Pechvogel bereitete den Ausgleich mit einem weiten Pass vor und bügelte seinen Fehler aus der ersten Halbzeit damit aus.
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