Bundesliga-Trainertagung in Neu-Isenburg: "MV" im Streit zwischen Uefa, Fifa und EU zuversichtlich
zuletzt aktualisiert: 22.01.2001 - 16:39Neu-Isenburg (sid). Der designierte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder geht im Transferstreit mit der Europäischen Union (EU) optimistisch in die "Woche der Wahrheit". Das Exekutiv-Mitglied der Europäischen Fußball Union (Uefa) rechnet trotz der jüngsten Meinungsverschiedenheiten mit einer Einigung auf einem Treffen am Dienstag beim Weltverband Fifa. Danach werde man mit geballter Kraft ins Spitzengespräch mit der EU am Mittwoch gehen.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir die Differenzen bereinigen können und als geschlossene Front gegenüber der EU auftreten werden. Sonst würde ich keine Chancen in den Verhandlungen sehen", sagte "MV" am Montag in Neu-Isenburg, wo er den Stand der Dinge aus Sicht des Deutschen Fußball Bundes (DFB) bei der Tagung der DFB- und Bundesliga-Trainer vorstellte. Eine einheitliche Marschrichtung ist notwendig, da die Fifa über die Transferrechte bestimmt.
Die größten Meinungsunterschiede mit der Uefa gibt es bei der Frage der Vertragsstabilität innerhalb der EU. Grundsätzlich sollen Spieler maximal fünf Jahre gebunden werden und könnten im diesem Fall frühenstens nach drei Jahren kündigen. Nach Ansicht der Fifa soll diese Regelung in der EU aber nicht gelten. Stattdessen könnten die Akteure bereits nach einem Jahr einseitig aussteigen, wenn ein ausreichender Grund vorliegt. Als solcher würden beispielsweise aber auch Differenzen mit dem Vereinstrainer gezählt.
"Gerade diese Position ist natürlich ein Witz, das geht völlig an der Realität vorbei. Das sind abenteuerliche Vorstellungen, und das stößt bei den Bundesligatrainern auch auf Unverständnis", erklärte Mayer-Vorfelder. Einigkeit mit dem Weltverband bestehe dagegen im Großen und Ganzen in den Fragen der Aus- und Weiterbildungsentschädigung, der Beibehaltung von zwei Transferperioden im Jahr und der Regelung, dass Spieler in Europa pro Saison nur einmal den Verein wechseln dürfen.
Auch bei den anderen Tagespunkten hatte das Zusammentreffen der Fußball-Lehrer des DFB und aus der Bundesliga, aus der allerdings nur elf Cheftrainer teilnehmen konnten, hauptsächlich informativen Charakter. DFB-Teamchef Rudi Völler unterrichtete die Anwesenden über seine Pläne und bat um Unterstützung in der Phase zwischen Saisonende (19. Mai) und den wichtigen Qualifikationsspielen gegen Albanien (2. Juni) und Grieschenland (6. Juni).
Die Vereine sollen die Nationalspieler bis zum Beginn des Trainingslagers der DFB-Auswahl mit Übungseinheiten und Testspielen fit halten. "Die terminliche Situation ist nicht ganz optimal, aber wir werden das Beste daraus machen. Ich hoffe, dass die Spieler die Spannung halten können", sagte Völler. Die neue Spielzeit 2001/2002 beginnt bereits wieder am 27./28. Juli.
Außerdem war sich die Runde einig in der Ablehnung eines angedachten weiteren Europacup-Wettbewerbes. Auch eine Reform ist frühestens nach dem Auslaufen der gültigen Verträge 2003 möglich. Ein positives Fazit wurde in Anwesendheit von Vertretern des Pay-TV-Senders Premiere World über das erste halbe Jahr "Pay-per-View" gezogen. Über die Nachwuchsarbeit wurde ebenso wie über die Zunkunft des DFB-Hallenpokals intensiv diskutiert. Beim umstrittenen Hallenfußball wurde aber noch keine Entscheidung getroffen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







