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Oliver Bierhoff DFB PK Panorama apn2010
  Foto: DAPD, APN
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Massive Kritik am DFB-Manager: Alle schießen sich auf Bierhoff ein

zuletzt aktualisiert: 07.02.2010 - 11:07

Warschau (RPO). Der ehemalige Nationaltorwart Oliver Kahn hat Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff wegen dessen Rolle bei den Vertragsgesprächen zwischen Bundestrainer Joachim Löw und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) scharf kritisiert. Dabei ist er nicht der einzige.

"Es ist seine Aufgabe als Manager der Nationalmannschaft, die Verträge mit und nicht für Löw, Köpke und andere Personen auszuhandeln. Bierhoff tritt quasi als Verhandlungsführer des Trainerstabs vor dem DFB auf. Das ist ja schon fast eine Art Amtsmissbrauch von Bierhoff", sagte der 40-Jährige der "Bild am Sonntag".

Vor allem die Forderungen seines ehemaligen Mitspielers (Veto-Recht für den Bundestrainer, Sonderzahlung bei Vertragsunterschrift) kann Kahn nicht nachvollziehen. Der frühere DFB-Kapitän hält gar nichts davon, dass der Manager den Bundestrainer bestimmen kann: "Sich dann noch ein Veto-Recht, was die Bundestrainerverpflichtung anbelangt, im Vertrag verankern zu lassen, ist wohl einmalig und aus meiner Sicht weit außerhalb seines Kompetenzbereichs. Die Entscheidung über die Verpflichtung des Bundestrainers trifft in Deutschland der Präsident des DFB beziehungsweise das DFB-Präsidium – und die darf nicht abhängig sein vom Veto eines Angestellten."

Der frühere Bayern-Profi begrüßte von daher das Vorgehen des DFB-Präsidiums mit Theo Zwanziger an der Spitze, die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung von Löw, Bierhoff und Co. bis nach der WM auf Eis zu legen: "Der DFB hat damit absolut richtig gehandelt."

Wenig Verständnis hat Kahn auch für die Forderung von Löw, die alleinige Kompetenz für die U21 zugesprochen zu bekommen. "Matthias Sammer leistet im Nachwuchsbereich seit Jahren hervorragende Arbeit. Wir haben seit Jahren dort keine Titel geholt. Seit Matthias da ist, haben wir drei Titel geholt. Hier sollte man konstruktive Lösungen finden", sagte der 86-malige Nationalspieler und brach damit eine Lanze für DFB-Sportdirektor Sammer. Kahn ergänzte aber: "Ich will Jogi Löw bei dieser Sache aber ausklammern, denn er macht einen Super-Job bei der A-Nationalmannschaft. Aus meiner Sicht wurde er hier falsch beraten. "

Auch Günter Netzer, genialer Spielmacher der Siebziger Jahre und nun TV-Experte, geht mit Bierhoff hart ins Gericht. "Ich betrachte Oliver Bierhoff als zentrale Figur und Verursacher dieser unnötigen Auseinandersetzung", sagte Netzer der "Bild"-Zeitung. "Bierhoff unterliegt einer grandiosen Fehleinschätzung seiner Person, aber vor allen Dingen seiner Bedeutung für die Nationalmannschaft. Er hält sich zwar selbst für unverzichtbar, ist es aber nicht."

Harte Worte von Netzer und Kahn, die sicherlich nicht für Rückendeckung des Managers sorgen werden. Bereits am Tag zuvor hatte Präsident Theo Zwanziger gesagt, dass er Löw zwar behalten wolle – er sich wegen Bierhoff aber nicht so sicher ist. Zwanziger hatte Bierhof für die gescheiterten Vertragsgespräche verantwortlich macht. Es habe beim ersten Gespräch mit Löw Mitte Dezember keine Anzeichen für gravierende Unterschiede gegeben, "die gab es erst, als Oliver Bierhoff in einem Gespräch Mitte Januar neue Fakten geschaffen hat, indem er uns Entwürfe für völlig neue Verträge präsentiert hat. Wir wollten verlängern – doch wir wollten keinen neuen Vertrag machen."

Quelle: SID/spo

 
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