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Laudatio von Bundeskanzlerin Merkel
DFB ernennt Jürgen Klinsmann zum Ehrenspielführer

Merkel hält Laudatio auf DFB-Ehrenspielführer Klinsmann
Merkel hält Laudatio auf DFB-Ehrenspielführer Klinsmann FOTO: dpa, msc cul
Erfurt/Düsseldorf. Der ehemalige Bundestrainer steht in einer Reihe mit Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus. Von Robert Peters

Jürgen Klinsmann (52) ist Weltmeister und Europameister. Er hat 108 Länderspiele für Deutschland bestritten, dabei 47 Tore erzielt. Und seine vielleicht größte sportliche Tat vollbrachte er als Bundestrainer der Nationalmannschaft von 2004 bis 2006. Er erlöste ein ganzes Land von den Qualen des Rumpelfußballs, entstaubte den Verband und war der Motor des Sommermärchens 2006. Seit gestern ist er der fünfte Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, nach Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus. Der Bundestag des DFB verlieh ihm in Erfurt den Titel. Die Laudatio hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das ist kein Zufall. Klinsmann beherrschte bereits als Spieler den Doppelpass mit der politischen Prominenz und den Fans. Der jungenhafte Schwabe war einer für den Stehplatz, wo er wegen seiner Emotionalität geliebt wurde. Und er war gleichzeitig immer ein kühler Designer der eigenen Karriere. Nirgendwo blieb er übertrieben lang, aber überall überzeugte er die Anhänger, selbst jene, die ihn anfangs mit Argwohn beobachteten. Typisch dafür war seine Station bei Tottenham Hotspur. Dort genoss er zu Beginn den Ruf eines Schwalbenkönigs - "Diver" (Taucher), wie die Engländer abfällig sagen. Klinsmann kehrte das Schmähetikett in Selbstironie, Tore feierte er mit dem Taucher vor der Fan-Kurve. Die Briten waren begeistert. Klinsmann wurde 1995 Englands Fußballer des Jahres.

Die Nationalmannschaft wurde so etwas wie der Ruhepol für den Stürmer, der so gern von Klub zu Klub zog, um seinen Horizont (und das Einkommen) zu erweitern. "Generell war die Nationalmannschaft für mich ein großes Ausgleichsbecken", sagte er, "ich brauchte immer diese zwei Pole, Nationalelf und Klub, daraus habe ich Energie getankt." Die Energie reichte für eine Weltkarriere. Und die Karriere machte ihn zum Weltmann.

Daraus leitet er Selbstbewusstsein und Sendungsbewusstsein zugleich ab. Das half bei den Renovierungsarbeiten der Nationalelf. Und es half bei seinem Einstieg in der Wahlheimat USA, wo er allerdings mittlerweile kein unumstrittener Nationaltrainer mehr ist. Es half ihm nicht im Amt des obersten Fußballlehrers beim deutschen Rekordmeister Bayern München. Diese Etappe endete mit einer schmerzhaften Niederlage, dem Rauswurf.

Quelle: RP
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