"Klinsmann hat die Spieler gepackt": Ballack überschüttet den Bundestrainer mit Lob
zuletzt aktualisiert: 09.07.2006 - 10:12Berlin (rpo). Die Weltmeisterschaft in Deutschland ist für die gastgebende Mannschaft vorbei. Kapitän Michael Ballack hat nach dem 3:1-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen Portugal am Samstagabend ein Fazit gezogen und Bundestrainer Jürgen Klinsmann dabei in den siebten Fußball-Himmel gelobt.
"Jürgen Klinsmann hat die Spieler emotional gepackt, den Gegner nicht schlecht, aber uns stark geredet. Und wir haben ihm geglaubt, mit jedem Sieg mehr", sagte der 29-jährige Kapitän der "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe). Die Mannschaft habe alle Selbstzweifel verloren. "Wir wollten nur noch Weltmeister werden", sagte Ballack.
Was Klinsmann angefangen habe, solle er weiterführen, wünscht sich Ballack einen Verbleib des Trainers beim Team. "Das denken wir alle", machte er deutlich. Sollte Klinsmann dennoch nicht verlängern, gäbe es jedoch "genügend motivierte Trainer, die in Frage kommen", sagte Ballack.
Der Spielmacher, der in der kommenden Saison beim englischen Meister Chelsea London aufläuft, hat die Halbfinal-Niederlage gegen Italien (0:2 n.V.) noch nicht verwunden. "Man will etwas in der Hand halten, für das man lange gekämpft hat. Aber wir stehen nun mit leeren Händen da", bedauerte Ballack.
Seinen Beitrag als Mannschaftskapitän zum guten Abschneiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft sah Ballack als wenig schwierig an. "Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, die Spannung hochzuhalten. Aber weil alles lief, gab es auch keine Probleme innerhalb der Mannschaft", berichtete Ballack. Er habe nicht groß eingreifen müssen. Allerdings habe er darauf hingewiesen, die Spielweise hin zu mehr Defensive zu verändern. "Ich hatte ein defensiveres Spiel gefordert, also musste ich es auch umsetzen", sagte Ballack. Klinsmann habe ihm den Freiraum gelassen, selbst die optimale Position für das Team zu finden.
Ballack sieht die derzeitige Nationalelf noch lange nicht auf dem Höhepunkt. "Die Spielphilosophie muss vorangetrieben werden", forderte der Kapitän für die Zeit nach der WM. Bereits im September beginnt die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich. Es werde schwer, im ersten Spiel gegen Irland anzutreten und wieder bei Null anzufangen, sagte Ballack. "Ich bin aber überzeugt, dass die Stabilität unserer Mannschaft hält."
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