Rummenigge sauer: "Bierhoff soll sich um seinen eigenen Mist kümmern"
zuletzt aktualisiert: 02.06.2005 - 14:06München/Nürnberg (rpo). Der Streit zwischen dem FC Bayern München und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff wegen der Pfiffe gegen Nationalkeeper Jens Lehmann zur Eröffnung der Münchner Allianz Arena eskaliert. "Herr Bierhoff soll sich um seinen eigenen Mist kümmern", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, dem "Kicker".
Bierhoff mische sich zum wiederholten Male in die Belange des deutschen Rekordmeisters ein. Sollte sich dies nicht ändern, "passiert hier bald mal etwas", drohte Rummenigge.
Anlass der Auseinandersetzung ist die Reaktion des Münchner Publikums bei dem Freundschaftsspiel der DFB-Auswahl gegen die Bayern am Dienstagabend. Vor dem Hintergrund des Dauerkonflikts mit FCB-Torhüter Oliver Kahn wurde jede Ballberührung Lehmanns von gellenden Pfiffen und Schmähgesängen begeleitet ("Ohne Lehmann fahr'n wir zur WM").
Bierhoff nannte das Verhalten der Fans danach eine "Riesensauerei" und kritisierte, dass der Stadionsprecher nicht mäßigend auf die Zuschauer einwirkte. Bierhoff erneuerte seine Kritik am Donnerstag in München, zugleich war er jedoch um Schadensbegrenzung bemüht. Zum Disput mit Rummenigge sagte er, dabei handle es sich um "Meinungsverschiedenheiten, die häufiger vorkommen".
Natur der Sache
Rummenigge wollte die Reaktionen der Bayern-Anhänger nicht überbewerten. "Dass unsere Fans, die eben Oliver Kahn unterstützen, den Lehmann nicht mögen, liegt ja in der Natur der Sache", betonte er in der Münchner "Abendzeitung" (Donnerstagausgabe). Lehmann sei nur für seinen Fehltritt ausgepfiffen worden, sagte der Bayern-Chef zu einem Bodycheck des Arsenal-London-Schlussmanns gegen Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger. "Wenn der Herr Lehmann sich wie geschehen daneben benimmt, sollte Bierhoff das nicht auf den FC Bayern schieben, sondern - wie es Fakt ist - auf Lehmann", forderte er.
Vor einigen Wochen war es bereits zum Konflikt zwischen Rummenigge und Bierhoff gekommen, als der DFB-Manager Nationalspieler Sebastian Deisler nahe legte, München zu verlassen, um im Hinblick auf die WM 2006 mehr Spielpraxis zu erlangen.
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