Skandal am Bosporus: Blatter wütend - Ausschluss der Türken bis 2010?
zuletzt aktualisiert: 17.11.2005 - 10:23Zürich (rpo). FIFA-Boss Sepp Blatter ist wegen der skandalösen Vorfälle am Bosporus mächtig erregt und hat dem türkischen Fußball-Verband im Anschluss an das Play-off-Spiel gegen die Schweiz in Istanbul mit drastischen Sanktionen gedroht. Der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes erklärte, dass "von null bis zu einer Suspendierung des türkischen Verbandes oder sogar einem Ausschluss der Türken von der übernächsten WM 2010 alles möglich ist".
Der Schweizer Blatter war in einer ersten Stellungnahme außer sich vor Ärger: "Das macht mich rasend. Da stimmt etwas im Fußball nicht. Was da passiert ist, das habe ich noch nie erlebt. Das Fairplay wurde mit Füßen getreten."
Die FIFA werde nun den offiziellen Bericht abwarten. Jeder, der angegriffen oder angeklagt werde, habe anschließend das Recht, sich zu verteidigen. Blatter kündigte an, dass hart durchgegriffen werde. Vor der Auslosung der WM-Gruppen am 9. Dezember in Leipzig müsse der Fall vom Tisch sein.
Nach dem Schlusspfiff des Spiels im Sükrü-Saracoglu-Stadion waren die Spieler der Gäste, die sich nach dem 2:0 im Hinspiel durch dieses Ergebnis für die WM in Deutschland qualifiziert hatten, in den Katakomben des Stadions von Sicherheitskräften und türkischen Spielern tätlich angegriffen worden. Der Schweizer Ersatzspieler Stephane Grichting erhielt einen Tritt in den Unterleib und musste zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden, Torwarttrainer Erich Burgener wurde von Wurfgegenständen getroffen und kassierte ein blaues Auge.
Die Eidgenossen hatten nach ihrem Erfolg in die Kabine flüchten müssen. Von den Rängen warfen die enttäuschten türkischen Anhänger Gegenstände auf den Platz und im Kabinengang wurden sogar Medienvertreter tätlich angegriffen. Noch Stunden nach der Partie hockte die Schweizer Delegation in der Kabine.
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