| 16.38 Uhr

Bombendrohung im DFB-Hotel
Entwarnung nach dem "großen Schreck"

Polizei sperrt deutsches Teamhotel in Paris nach Bombendrohung ab
Polizei sperrt deutsches Teamhotel in Paris nach Bombendrohung ab FOTO: dpa
Paris. Schreck für die Weltmeister: Eine anonyme Bombendrohung hat die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf das Länderspiel gegen EM-Gastgeber Frankreich am Freitagabend in Paris gestört. Mittlerweile gab es Entwarnung.

Wenige Stunden vor dem Anpfiff (21 Uhr/Live-Ticker) im Stade de France mussten Bundestrainer Joachim Löw und seine von Kapitän Bastian Schweinsteiger angeführten 24 Akteure das Teamhotel im Stadtteil Boulogne nach einem Drohanruf räumen. Die Spielvorbereitung wurde vorübergehend auf der benachbarten Tennisanlage von Roland Garros fortgeführt. "Kein Grund zur Panik", beschwichtigte rasch die Pariser Polizei. Derartige Drohanrufe gebe es in Paris häufig.

Fotos: Alle 24 Nationalspieler beim Abschlusstraining in Paris FOTO: afp, FF/QL

Oliver Bierhoff stand wenige Stunden nach dem "großen Schreck" sichtlich befreit vor dem Hotel Molitor, nachdem sich die Drohung als Fehlalarm erwiesen hatte. "Jetzt herrscht erst einmal Erleichterung vor", sagte der Teammanager nach der Entwarnung durch die französischen Behörden, "jeder ist glücklich, dass es keine Gefahrenzone mehr gibt."

Bierhoff sprach von einem "großen Schreck", die notwendige Evakuierung der Unterkunft sei aber "sehr professionell und toll verlaufen. Wir wollten kein Risiko eingehen und haben in Absprache mit den französischen Behörden das Hotel verlassen."

Eine vorzeitige Abreise oder die Absage des für Bundestrainer Joachim Löw und seine Elf so wichtigen EM-Testlaufs standen laut Bierhoff jedoch "nicht zur Debatte". So etwas könne "in jedem Land der Welt passieren", sagte er. "Die Vorbereitung ist natürlich ein bisschen gestört, aber das soll keine Ausrede sein", fügte er mit Blick auf die Begegnung mit dem Gastgeber der EM 2016 (10. Juni bis 10. Juli) an.

Vor dem zwischenzeitlich verwaisten Hotel am berühmten Pariser Stadtpark Bois de Boulogne flatterte am frühen Nachmittag rot-weißes Absperrband im Wind. In der Nobel-Herberge durchschnüffelten Spürhunde der französischen Polizei die Räumlichkeiten von Schweinsteiger und Co. nach einer möglichen Bombe - gefunden wurde nichts. Die Ermittlungen dauern jedoch an, wie Bierhoff betonte.

Die Mannschaft verbrachte die Zeit während der Durchsuchung des Hotels rund drei Kilometer entfernt. Die Spieler, die wollten, machten einen Abstecher zum Tennis-Stadion Roland Garros. Ilkay Gündogan ließ seine Follower via Twitter an dem Ausflug teilhaben.

Das übliche Anschwitzen für das Spiel wurde ebenfalls dort abgehalten, wenngleich in reduzierter Form. Um 13.51 Uhr fuhr der schwarze Teambus wieder am Hotel vor - und alles ging, beginnend mit einem etwas verspäteten Mittagessen, seinen gewohnten Gang.

"Natürlich sind durch die Evakuierung und die Bombendrohung die üblichen Abläufe und die Konzentration des Teams auf das Spiel gestört worden", sagte Löws Assistent Thomas Schneider bei dfb.de. Wichtig sei aber, "dass hier eine Entscheidung im Sinne der Sicherheit getroffen wurde". Die Mannschaft mache trotz der widrigen Umstände, zu denen auch die Affäre um die WM 2006 gehört, "einen optimalen, einen sehr willigen Eindruck".

Bundestrainer Löw hatte dem Duell mit einem der Mitfavoriten im Vorfeld eine große Bedeutung zugesprochen. Für ihn beginne in St. Denis "die erste Phase der EM-Vorbereitung", sagte er am Vortag über das "Spiel mit Brisanz". Letzteres hatte am Donnerstag aber noch einen ganz anderen Zungenschlag. Wie auch die Werbung auf der Internetseite des Hotels: Dort wird ein "unvergesslicher Aufenthalt" versprochen.

(seeg/sid/dpa)
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