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Fifa-Statuten verbieten DFB-Einsätze
Darum kann Rafinha nicht für Deutschland spielen

Fotos: Rafinha – über Schalke und Genua zum Triple
Fotos: Rafinha – über Schalke und Genua zum Triple FOTO: Facebook
Düsseldorf. Abwehrspieler Rafinha vom deutschen Meister Bayern München ist seit ein paar Tagen endlich im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. Trotz des deutschen Passes darf der gebürtige Brasilianer nicht für die DFB-Auswahl auflaufen. Die Statuten des Weltverbandes Fifa verbieten einen Einsatz im deutschen Trikot.

Es wäre eigentlich die einfachste Lösung für Bundestrainer Joachim Löw, die durch Philipp Lahms entstandene Lücke auf der rechten Abwehrseite der deutschen Nationalmannschaft zu stopfen. Rafinha, der seit Dienstag endlich auch offiziell deutscher Staatsbürger ist, macht bei Rekordmeister Bayern München auf dieser Position stets einen sehr soliden Job. Und ein sehr solider Job reicht aufgrund des Mangels an guten Außenverteidigern aus, damit Rafinha überhaupt ein Thema für die deutsche Nationalmannschaft ist. Bislang – warum auch immer – flog der 30-Jährige stets unter dem Radar der brasilianischen Nationalmannschaft. Doch ein Einsatz für Deutschland ist schier ausgeschlossen.

Denn die Statuten des Weltverbandes Fifa sind eindeutig. Diese besagen, dass Rafinha nicht berechtigt sei, für Deutschland zu spielen. Warum? Weil der gebürtige Brasilianer bei der U20-WM 2005 für sein Heimatland auflief und damals noch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besaß. Daher ist ein Wechsel ausgeschlossen. Hätte Rafinha schon damals einen deutschen Pass besessen, würde er die Nationalmannschaft noch wechseln können.

"Das Wechselrecht kann nur beansprucht werden, wenn der Spieler von seinem heutigen Verband noch in keinem A-Länderspiel eines offiziellen Wettbewerbs eingesetzt wurde (Voll- oder Teileinsatz) und er zum Zeitpunkt des ersten Voll- oder Teileinsatzes in einem Länderspiel in einem offiziellen Wettbewerb seines bisherigen Verbandes bereits im Besitz der Staatsbürgerschaft des Verbandes war, für dessen Verbandsmannschaft er die Spielberechtigung erlangen will", heißt es in dem entsprechenden Passus.

Zwar ist hier nur von A-Länderspielen die Rede, in der Vergangenheit wurden allerdings auch offizielle Turniere der Nachwuchsmannschaften von der Fifa in den Passus mit einbezogen. Und die U20-WM ist ein offizielles Nachwuchsturnier.

In der Vergangenheit wurde bereits einem Spieler dieser Passus zum Verhängnis. Der Argentinier Rubens Sambueza sollte für Mexikos Nationalmannschaft spielen. Da er aber 2001 für die argentinische U17 bei der WM gespielt hatte, durfte er den Verband nicht mehr wechseln.

(seeg)
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