Die WM hat ihren ersten Flitzer!
Bei der Partie in Berlin zwischen Brasilien und Kroatien sorgte ein Fan der kroatischen Mannschaft in der 86. Minute für eine Unterbrechung, als er im Trikot von Ivan Klasnic aufs Spielfeld stürmte.
Er küsste dem kroatischen Stürmer Dado Prso die Füße. Prso selbst musste den Verwirrten vom Feld führen.
Wie konnte der Mann ungehindert aufs Feld stürmen - ausgerechnet in Berlin, dem WM-Endspielort.
Die zahlreichen Ordner jedenfalls griffen zunächst nicht ein.
Nach Polizeiangaben hatte der Mann zuvor einen Ordner geschlagen.
Der Zwischenfall dürfte zu neuen Diskussionen über die Sicherheit in den Stadien führen. Im vergangenen Jahr hatte es beim Confederations Cup mehrere derartige Vorfälle gegeben.
Von dem Mittelstürmer ließ sich der junge Mann schließlich vom Feld geleiten und anschließend von den Sicherheitskräften abführen.
Die Berliner Polizei ermittelt jetzt gegen den Fan.
"Wir ermitteln wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung", sagte ein Sprecher.
OK-Sicherheitschef Helmut Spahn: "Hochrechnungen der FIFA haben ergeben, dass man durch den Werbeausfall schnell bei einer Strafe in sechsstelliger Höhe wäre. Da müssen sich diese Leute überlegen, ob sich das noch rentiert."
Die erste Reihe im Olympiastadion war nicht wie in den anderen WM-Städten aus Vorsicht mit ausgewählten und vertrauenswürdigen Personen (z.B. Schiedsrichter) besetzt worden. "Wir dachten, der Graben würde reichen", sagte Graus.
"Es waren 2000 Ordner im gesamten Stadionbereich, im Innenraum mehr als 100. Es ist uns unerklärlich, wie er aufs Feld kommen konnte", sagte OK-Pressesprecher Gerd Graus.