Algarve-Cup: Deutsche Damen "nur" Vierter
zuletzt aktualisiert: 12.03.2008 - 13:33Santo Antonio/Portugal (RPO). Aus Platz vier in Portugal soll Platz eins in Peking werden: Knapp fünf Monate vor den Olympischen Spielen haben die deutschen Weltmeisterinnen den Abschluss des Algarve Cups zwar verpatzt, der Kurs in Richtung Goldmedaille ist aber dennoch eingeschlagen. Daran änderte auch das 0:2 (0:1) der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes im Spiel um Platz drei gegen Norwegen nichts.
Im Anschluss an das Spiel der Deutschen holte sich Olympiasieger USA den Turniersieg. Die US-Girls verteidigten ihren Titel durch ein 2:1 (1:1) im Finale gegen Dänemark erfolgreich.
Vor allem beim Blick auf das Vorjahr dürfte den Konkurrenten um den Olympiasieg im August schon jetzt bange werden. Im Jahr 2007 wurde der zweimalige Welt- und sechsmalige Europameister nach dem enttäuschenden achten Platz an der Algarve mit heftiger Kritik überzogen, um bereits ein halbes Jahr später für die erfolgreiche WM-Titelverteidiung gefeiert zu werden. Auch diesmal wurde in Portugal die Vorbereitung auf den Jahres-Höhepunkt eingeleitet.
"Wir wollten hier einiges ausprobieren und testen. Ich habe eine klare Steigerung während des Turniers gesehen. Wir müssen zwar noch an der Spritzigkeit arbeiten, aber alle haben einen guten Job gemacht, waren sehr engagiert bei der Sache", erklärte DFB-Trainerin Silvia Neid, die aus 37 im Blickfeld stehenden Spielerinnen einen 18-köpfigen Olympia-Kader basteln muss und für diese Aufgabe noch zwei Spiele sowie vier Lehrgänge im Vorfeld der Olympische Spielen zur Verfügung stehen hat.
"Es wird eine sehr schwere Aufgabe, die 18 Spielerinnen für die Olympischen Spiele rauszupicken. Alle Spielerinnen waren im Vergleich zum Vorjahr in einer weitaus besseren Verfassung. Sie haben in der Winterpause gut zu Hause gearbeitet", betonte Neid, deren Team - das vor dem Algarve Cup in 15 Partien in Folge keine Niederlage kassiert hatte - sich nach dem missglückten Start gegen Dänemark (0:1) steigern konnte und Siege gegen Finnland (3:0) sowie Schweden (2:0) feierte.
Wie Neid denkt auch Spielführerin Birgit Prinz schon jetzt an die Olympischen Spiele. "Wir haben bei Olympia noch nie die Goldmedaille gewonnen. Insofern wird das eine interessante Aufgabe", meinte die Rekordnationalspielerin, die sich im Gegensatz zu vielen ihrer Teamkolleginnen keine Sorgen um einen Platz im Kader machen muss.
Spannung herrscht vor allem im Torwartduell zwischen der überragenden WM-Torhüterin Nadine Angerer (Djurgardens IF) und ihrer Herausforderin Silke Rottenberg (1. FFC Frankfurt). In den zwei Qualifikationsspielen zur EM 2008 in Finnland im Mai (in Belgien und gegen Wales) werden sich Angerer, die gegen Norwegen ihr erstes Gegentor nach 1016 ungeschlagenen Minuten kassierte, und Rottenberg wie schon zuletzt zwischen den Pfosten abwechseln. Neid will sich erst kurz vor der Reise nach China auf eine Nummer eins festlegen.
Deutschland: Angerer (Djurgardens IF) - Stegemann (SG Wattenscheid 09), Omilade (VfL Wolfsburg), Hingst (Djurgardens IF), Peter (Turbine Potsdam) ab 46. Bartusiak (1. FFC Frankfurt) - Lingor (1. FFC Frankfurt), Laudehr (FCR Duisburg) - Bachor (SC Bad Neuenahr) ab 58. Goeßling (SC Bad Neuenahr), Prinz (1. FFC Frankfurt), Behringer (SC Freiburg) ab 29. Pohlers (1. FFC Frankfurt) - Smisek (1. FFC Frankfurt) ab 75. Müller (VfL Wolfsburg). - Trainerin: Neid
Schiedsrichterin: Chenard (Kanada)
Tore: 0:1 Wiik (41.), 0:2 Knutsen (49.)
Zuschauer: 500
Beste Spielerinnen: Prinz, Laudehr
Rote Karten: Keine
Gelb-Rote Karten: Keine
Gelbe Karten: Keine
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