Zukunft offen: DFB-Präsident Zwanziger und die Zweifel
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 - 14:10Frankfurt/Main (RPO). DFB-Präsident Theo Zwanziger hat seine Zukunft auch nach der Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw offen gelassen. "Das kann Einfluss haben, ist aber nicht entscheidend", sagte der 65-Jährige.
"Ich beginne jetzt erst mit dem Nachdenken. Ich werde mir in Ruhe Gedanken machen, was für den Verband richtig ist und was für mich richtig ist." Im Oktober wählt der Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seinen Präsidenten.
Der Kommentar
Zwanziger hat nicht zum ersten Mal die Möglichkeit angedeutet, dass er sich vom Chefsessel beim DFB zurückziehen könnte. Jetzt gibt er sich amtsmüde und wirft mit seinen jüngsten Äußerungen die Frage auf, ob er nur mit der Möglichkeit eines Rückzugs kokettiert und ausloten will, wie die Stimmung innerhalb des Verbands zu einer weiteren Amtszeit des Rheinländers, wie groß eine Anhängerschaft ist.
Außenstehende und vielleicht auch enge Mitarbeiter werden kaum nachvollziehen, weshalb er innerhalb weniger Wochen von einem Extrem ins andere fällt. Schließlich hatte er vor der WM gesagt, er habe noch eine Menge zu tun und die Aufgabe als Präsident mache ihm weiter viel Spaß.
Zumindest muss sich Zwanziger nun den Vorwurf gefallen lassen, sprunghaft zu sein. Der Fußball-Bund braucht einen souveränen Mann an der Spitze, der ihn kraftvoll repräsentiert. Aber ist ein Präsident, der eingesteht, amtsmüde zu sein, noch in der Lage, den größten nationalen Sportfachverband stark zu führen? Die Zweifel sind auch deshalb groß, weil Zwanziger den Eindruck erweckt hat, dünnhäutig zu sein. Er darf sich nicht zur Wahl stellen, sollte er den DFB im Unklaren lassen, ob er die Aufgabe tatsächlich bis zum Ende der Legislaturperiode (2013) führt.
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