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Wir haben den Medienwald zum Machtkampf beim DFB durchforstet.
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Rheinische Post: "Vier Monate vor der WM offenbaren sich tiefe Risse im Deutschen Fußball-Bund. Sichtbar werden sie in einer öffentlich geführten Verhandlung um die Vertragsverlängerung der sportlichen Führung. ...Zwanziger hat sein Gesicht verloren, weil er die Vertragsverlängerung schon als gesichert verkündet hatte. Er ist von Löw und Bierhoff mit neuen Ansprüchen bloßgestellt worden. Vielleicht ist das der Anfang vom Ende einer lange funktionierenden Geschäftsbeziehung."
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Ostsee-Zeitung: "Löw hat hoch gepokert und sich verzockt. Seine Forderung an den DFB, die Unterzeichnung des Vertrags mit einem Jahressalär zu honorieren, war überzogen. So sehr, dass Zwanziger weitere Gespräche abblies. Der Präsident geht mit Schrammen aus den Vertragsverhandlungen, weil er den Eindruck erweckte, alles würde glatt gehen. Dennoch hat sich Zwanziger clever aus der Affäre gezogen. Er ist ins Pokerspiel eingestiegen. Nach der WM wird neu verhandelt. Sollten Löw und Co. mit dem Titel heimkehren, wird der DFB für Löw und Bierhoff noch tiefer in die Schatulle greifen müssen. Enttäuscht das Team, wird es für den DFB billiger. Oder es wird eine neue Lösung geben. Mit einem Trainer, der nicht Joachim Löw heißt."
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Mitteldeutsche Zeitung: "Der DFB zeigt Rückgrat und wehrt sich gegen eine ungeheuerlich anmutende Forderung. Team-Manager Oliver Bierhoff hatte vom Arbeitgeber für das Trainer-Team - und sich selbst gleich mit - Handgelder in Millionen-Höhe für die sofortige Unterschrift verlangt. Das ist glatte Erpressung. DFB-Chef Theo Zwanziger und die Seinen mussten so reagieren, um nicht als Marionetten dazustehen. Unbestritten leisten Löw und Co. klasse Arbeit, sind Aushängeschilder des Verbandes und Sympathieträger in der Öffentlichkeit. Sich dies aber - erstmalig in der DFB-Geschichte - extra vergüten zu lassen, ist völlig überzogen und erinnert an Banker-Praktiken. Hat da jemand den Boden unter den Füßen verloren?"
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Obermain-Tagblatt: "Man mag vom DFB halten, was man mag, aber es ist dem Verband hoch anzurechnen, dass er sich hier nicht erpressen lässt. Erst Leistung bei der WM zeigen, dann sehen wir weiter. Schließlich wollen wir diesmal den Pott und nicht den Alptraum vom Super-GAU: Stell dir vor, es ist Fußball-WM - und die deutsche Truppe kann schon nach der Vorrunde die Koffer packen."
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Bild: "Bundestrainer Jogi Löw und Manager Oliver Bierhoff machen einen guten Job. Aber jetzt sind sie zu weit gegangen! Ein Jahresgehalt extra als Prämie für einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag – das ist vermessen! Bierhoff wollte sogar bei der Besetzung des Bundestrainer-Posten das Sagen haben – das klingt schon größenwahnsinnig! Gut, dass sich DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger nicht auf der Nase herumtanzen lässt und die Verhandlungen abgebrochen hat. Jetzt müssen Löw und Bierhoff bei der WM zeigen, was sie wert sind."
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Express: "Als hätten wir vier Monate vor der WM keine anderen Sorgen! Jetzt tobt rund um unsere Nationalelf auch noch ein Machtkampf."
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Spox: "Der Konflikt wird die ganze Zeit über weiter schwelen und bei jeder kleinen Ungereimtheit oder schlechteren Spielen der Mannschaft hervorgekramt werden. Es riecht förmlich nach einem faulen Kompromiss. Dr. Zwanziger steht nach der öffentlich hinausposaunten Quasi-Verlängerung vor Weihnachten mit Löw jetzt ziemlich unglücklich da, auch alle anderen Beteiligten sind schwer angezählt. Einzig Matthias Sammer könnte sich als heimlicher Gewinner fühlen. Ganz so alleine und isoliert steht er offenbar innerhalb des Verbandes gar nicht da. Nichtsdestotrotz hat der DFB einen denkbar schlechten Start ins WM-Jahr hingelegt."
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KSTA: "Mit ihren Forderungen sind Joachim Löw und Oliver Bierhoff definitiv zu weit gegangen. Vor allem der Wunsch nach einem Vetorecht bei der Auswahl eines Löw-Nachfolgers gleicht dem Versuch einer Entmachtung. Da durfte der DFB nicht nachgeben."
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Spiegel: "Mit das Unangenehmste für den DFB: Das Thema Löw wird den Verband die gesamte WM-Vorbereitung über begleiten. Jedes Wort des Bundestrainers wird auf eine Tendenz Richtung Verlängerung oder Abschied untersucht werden. Und jedes Testspielergebnis auf seine Folgen für die vertragliche Zukunft. Ganz zu schweigen von möglichen Rückkopplungen auf die Leistung der Mannschaft."
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Frankfurter Rundschau: "Das Ansinnen von Theo Zwanziger war nachvollziehbar. Der DFB-Präsident wollte in der Vertragsangelegenheit Joachim Löw und dessen Crew Fakten schaffen, um zu verhindern, dass vor und während der WM in Südafrika eine für alle Beteiligten aufreibende öffentliche Diskussion einsetzt. Das Beispiel Klinsmann, der sich bis zum Ende der WM 2006 um ein Bekenntnis zur Weiterarbeit drückte und dann eilig verabschiedete, ist Zwanziger ein warnendes gewesen. Schwerwiegende handwerkliche Fehler haben nun aber dazu geführt, dass die Fronten sich völlig verhärteten."
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Süddeutsche: "Eigentlich müsste der Bundestrainer jetzt zurücktreten. Zum einen ist der Vertrauensschwund zwischen Joachim Löw und dessen Team sowie der DFB-Verbandsspitze um Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach derart bizarr in aller Öffentlichkeit vorgeführt worden, dass dies die naheliegende Konsequenz wäre. Und zum anderen ist fraglich, wie Löw als (allen feierlichen Funktionärsbekenntnissen zum Trotz) intern schwer angezählter Nationalcoach diese schwierige WM-Mission überstehen soll."
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FAZ: "Bemerkenswert ist ..., dass vertrauliche Inhalte der Vertragsgespräche, die besonders auf Bierhoffs angebliche Forderungen zielen, veröffentlicht wurden, bevor das Präsidium des DFB am Donnerstag zusammenkam. Man darf sich in diesem Zusammenhang an Klinsmanns Wort von der „Informationskorruption“ beim Deutschen Fußball-Bund erinnern. Der Schaden im Vertrauensverhältnis zwischen der Führung der Nationalmannschaft und des Deutschen Fußball-Bundes dürfte so schnell nicht mehr zu beheben sein."