Togo - Schweiz 0:2: Eidgenossen erkämpfen sich Tabellenführung
zuletzt aktualisiert: 19.06.2006 - 16:55Dortmund (rpo). Otto Pfister ist mit WM-Neuling Togo bereits nach dem zweiten WM-Spiel ausgeschieden, die Schweiz hat hingegen das Achtelfinale dicht vor Augen. In Dortmund unterlag das vom deutschen Otto Pfister trainierte Chaos-Team der Weltmeisterschaft den Eidgenossen mit 0:2 (0:1). Nach der zweiten Niederlage (1:2 gegen Südkorea) gibt es für die Afrikaner bereits keine Chance mehr auf den Einzug in die nächste Runde. Der Schweiz genügt nun am Freitag in Hannover bereits ei Remis gegen die Koreaner, um zum fünften Mal in der Verbandsgeschichte ein WM-Achtelfinale zu erreichen.
Ausgerechnet der von Borussia Dortmund umworbene Stürmer Alexander Frei schoss in dem Stadion, in dem er möglichweise künftig spielen wird, den Führungstreffer der Schweizer (16.) und beendete die Torflaute der Rot-Weißen. Seit zwölf Jahren und insgesamt 303 Spielminuten war der EM-Gastgeber von 2008 zuvor ohne Tor bei einer WM-Endrunde geblieben. Zuletzt hatte der frühere Bundesliga-Profi Adrian Knup am 22. Juni 1994 beim 4:1 der Eidgenossen gegen Rumänien getroffen. Für die Entscheidung sorgte Tranquillo Barnetta vom Bundesligisten Bayer Leverkusen (88.).
Togo ist trotz Prämienstreit angetreten
Vor 65.000 Zuschauern agierten die Afrikaner trotz des Prämienstreits und der erst am Vorabend des Spiels ausgeräumten Streikdrohung von Beginn an überraschend mutig und kamen zu zahlreichen Gelegenheiten. Doch Mohamed Kader (6.) und Thomas Dossevi (30.) vergaben aus aussichtsreicher Position. Zudem verweigerte Schiedsrichter Carlos Amarilla aus Paraguay den Togoern zwei klare Strafstöße (10./35.) nach Fouls von Patrick Müller an Stürmerstar Emmanuel Adebayor vom Champions-League-Finalisten Arsenal London.
Der Schweizer Trainer Köbi Kuhn hatte fünf Bundesliga-Profis von Beginn an aufgeboten, der Kölner Marco Streller ruschte dagegen einen Tag nach seinem 25. Geburtstag zunächst aus dem Team und wurde erst in der 78. Minute eingewechselt. Die Führung resultierte dann aus einer Koproduktion von zwei Deutschland-Legionären und einem möglicherweise zukünftigen. Nach einer Flanke des Stuttgarters Ludovic Magnin lenkte Frei einen Schuss des Leverkuseners Barnetta aus kurzer Distanz über die Linie.
Unermüdliche Togolesen
Nach dem Wechsel kämpfte Togo unermüdlich weiter, der Favorit aus der Schweiz wirkte aber zunächst zielstrebiger. Barnetta (50.), der eingewechselte Hakan Yakin (53./64.) und Frei (57.) vergaben aber beste Chancen.
Beste Spieler der Togoer waren Adebayor und Torhüter Kossi Agassa. Bei den Schweizern gefielen Kapitän Johann Vogel und mit Abstrichen Barnetta.
STIMMEN ZUM SPIEL
Trainer Otto Pfister (Togo): "Die Schweiz ist eine große Mannschaft. Sie hat ihre Chancen einfach besser ausgenutzt. Meine Mannschaft war hier um zu lernen, und ich denke sie hat sich gut verkauft."
Trainer Jakob Kuhn (Schweiz): "In der zweiten Halbzeit hatten wir viel Raum und haben den Ball gut zirkulieren lassen. Aber letztlich haben wir nicht viel daraus gemacht. Unsere Spieler wussten, dass wir in den letzten 15 Minuten alles versuchen müssen, das zweite Tor zu schießen. Denn ob das Spiel unentschieden oder 1:0 ausgegangen wäre, hätte keinen Unterschied gemacht."
STATISTIK
Togo: Agassa - Nibombe, Tchangai, Toure - Agboh (25. Salifou), Dossevi (69. Senaya), Mamam (87. Malm), Forson, Romao - Adebayor, Mohamed Kader - Trainer: Pfister
Schweiz: Zuberbühler - P. Degen, Magnin, Senderos, Müller - Vogel, Barnetta, Cabanas (77. Streller), Wicky, Gygax (46. Yakin) - Frei (87. Lustrinelli) - Trainer: Kuhn
Tore: 0:1 Frei (9.), 0:2 Barnetta (88.)
Gelbe Karten: Salifou, Adebyor, Romao - Vogel
Schiedsrichter: Amarilla (Paraguay)
Assistenten: Andino, Bernal (beide Paraguay)
Stadion: Dortmund
Zuschauer: 65.000
Torschüsse: 7 : 9
Ecken: 4 : 8
Fouls: 18 : 14
Ballbesitz: 50%: 50%
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