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Nach Eklat von Prag
Ermittlungen gegen deutsche Hooligans ohne Ergebnis

Twitter schimpft über deutsche Hooligans in Prag
Twitter schimpft über deutsche Hooligans in Prag
Köln. Die tschechischen Ermittlungsbehörden haben offenbar das Verfahren gegen rechtsextreme deutsche Hooligans, die beim 2:1 im WM-Qualifikationsspiel im vergangenen September in Prag gegen Tschechien für einen Eklat gesorgt hatten, eingestellt.

Das berichtet das WDR-Magazin "Sport inside" (Mittwoch, ab 22.55 Uhr). Deutsche Ermittler konnten keinen Störer identifizieren.

Eine Gruppe neben dem Auswärtsblock beleidigte den DFB, störte bei den Nationalhymnen und einer Schweigeminute für zwei verstorbene tschechische Fußballfunktionäre. Dazu kamen Gesänge mit nationalsozialistischem Hintergrund.

Der zuständige Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Patrick Rieck bestätigte, dass es bis jetzt nicht gelungen sei, anhand des vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur Verfügung gestellten Videomaterials Beschuldigte namentlich festzustellen und etwaigen Beschuldigten eine konkrete Straftat nachzuweisen.

"Die Signalwirkung, dass es keine adäquate Strafverfolgung gab, ist eine schlechte, weil es nahelegt, dass solche Dinge wieder passieren können und dass solche Dinge nicht bestraft werden", sagte Robert Claus, Experte für Rechtsextremismus im Sport. Die Anwesenheit von deutschen Hooligans bei der WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ist wahrscheinlich.

In Deutschland ist die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf für die Identifizierung deutscher Fußball-Straftäter im Ausland zuständig. Das Sonderdezernat wurde nach der WM 1998 in Frankreich gegründet, wo deutsche Hooligans den französischen Polizisten Daniel Nivel schwer verletzt hatten.

(sid)
 
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