Mannschaftsporträt: Ghana – Ein Land in Jubelstimmung
VON MORITZ TILLMANN - zuletzt aktualisiert: 14.11.2005 - 10:00Düsseldorf (rpo). Mannschaftsgeist ist bei Fußballmannschaften oft schon die halbe Miete. Hält das Team zusammen, kämpft jeder für den anderen und herrscht eine klasse Stimmung im Kader, können häufig elf Fußballer über sich hinaus wachsen. So geschehen in Afrika. Genauer in Ghana.
Ratomir Duikovic kennt vermutlich niemand in Deutschland, dagegen ist der Serbe in Ghana ein wahrer Volksheld. Nach mehr als vier Jahrzehnten verfehlter Versuche schaffte das Land, für das damals Bundesliga-Legionäre wie Anthony Yeboah oder auch Tony Baffoe vor die Kugel traten, endlich das große Wunder und wird bei der WM 2006 dabei sein.
Ghana befand sich schon Wochen vor der eigentlichen Qualifikation auf einer unbeschreiblichen Euphoriewelle. Das ganze Land feierte den Triumph. Schon nach dem 2:0-Sieg über Uganda gab es in Ghana kein Halten mehr, selbst wenn zu diesem Zeitpunkt noch ein geringes mathematisches Risiko bestand, das Team könne die Qualifikation noch verpassen.
Doch letztlich hatte Ghana das Ziel bereits erreicht, und ein überzeugender 4:0-Sieg zum Abschluss der Qualifikation auf den Kapverdischen Inseln diente lediglich dazu, den Gruppesieg endgültig zu untermauern.
Dabei startete das Team schwach in das Rennen um die Plätze für die WM. Anfang Juni lagen die Ghanaer noch drei Punkte hinter der Tabellenspitze zurück und alles deutete darauf hin, dass man die Qualifikation ein weiteres Mal verpassen würde. Das Team verfolgte mit Kampfgeist sein großes Ziel und eroberte fast unbemerkt die Tabellenspitze der Gruppe. Am Ende gewann Ghana die Gruppe mit fünf Punkten Vorsprung.
Das Team selbst hat nicht mehr Starspieler wie Abedi Pele oder dem in Deutschland legendären Anthony Yeboah. Die Ghanaer können mit einer unglaublichen Disziplin aufwarten und kämpfen wie die „Löwen“ aus Kamerun für den Erfolg. Allerdings sorgen ein Stephen Appiah von Fenerbahce Istanbul oder ein Sulley Ali Muntari von Udinese Calcio für Ordnung im Mittelfeld.
Die Auftritte der Ghanaer werden sicherlich zu einem absoluten Highlight bei der WM werden und wer weiß, mit einem starken Mannschaftsgeist kann man auch den größten Favoriten überraschen.
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