| 17.25 Uhr

Bayern-Spieler zurück in der Nationalelf
Badstuber – Löw-Comeback nach 885 Tagen

Holger Badstuber gibt Joachim-Löw-Comeback nach 885 Tagen
Zurück im Kreis der Nationalmannschaft: Bayern-Verteidiger Holger Badstuber. FOTO: afp, dg
München. Er habe gar nicht gewusst, sagte Holger Badstuber am 11. März nach seinem ersten Tor in der Champions League, wie er jubeln sollte. Am Freitag, neun Tage nach seinem Treffer beim 7:0 gegen Schachtjor Donezk, hatte der Profi von Bayern München erneut Grund zu großer Freude - aber diesmal war er vorbereitet.

"Ich freue mich riesig über die Nominierung und die beiden Spiele nach so langer Pause", sagte Badstuber auf SID-Anfrage über seine Berufung für die Länderspiele gegen Asienmeister Australien am Mittwoch (20.30 Uhr/Live-Ticker) in Kaiserslautern und in der EM-Qualifikation bei Außenseiter Georgien am 29. März (18 Uhr/Live-Ticker). 885 Tage nach seinem 30. und bislang letzten Länderspiel komme er "mit großer Vorfreude" zurück zur Fußball-Nationalmannschaft.

"Holger ist einer, auf den ich für die EM 2016 zähle", hatte Bundestrainer Joachim Löw zuletzt betont. Löw schätzt vor allem die Qualitäten des 26-Jährigen im Spielaufbau, die den Münchner aus seiner Sicht einzigartig machen. Für Kapitän Bastian Schweinsteiger, der erstmals seit der WM wieder im Kader steht, ist sein Kumpel "der beste Abwehrspieler der Welt mit dem linken Fuß". Und Bayern-Coach Pep Guardiola sagte im Januar augenzwinkernd: "Badstuber, I love you!"

Löw teilt diese Liebe, obwohl auch ihm Badstubers letzter Auftritt im DFB-Dress noch in schmerzhafter Erinnerung ist. Beim denkwürdigen 4:4 gegen Schweden am 18. Oktober 2012 in Berlin erwischte er gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. einen rabenschwarzen Tag. Dass seine Zeit beim DFB danach vorbei war, lag jedoch ausschließlich an seinen schweren körperlichen Problemen. Nach vier Knie-Operationen dauerte es 624 quälend lange Tage, ehe er wieder Fußball spielen konnte. Und nach einer neuerlichen Verletzung pausierte er zuletzt erneut 154 Tage.

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer sprach auch deshalb am Freitag von einem "weiteren Schritt in die Normalität" für Badstuber: "Das hat er sich erarbeitet und absolut verdient. Das ist eine tolle Geschichte für ihn." Löw hatte den Münchner schon im vergangenen Spätsommer bei den ersten Spielen nach der WM zurückholen wollen, "aber in den Gesprächen mit den Bayern wurde deutlich, dass er nach diesem ganzen Kraftakt muskulär schon am Limit war", sagte er. Diese Einschätzung bestätigte sich, Badstuber zog sich Mitte September eine Muskelverletzung zu.

Doch der ewige Rückkehrer kämpfte sich erneut heran, mit dem vorläufigen Höhepunkt, als er gegen Donezk traf. "Er wird immer sicherer und tut unserem Spiel gut", sagte Schweinsteiger danach. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nannte Badstuber angesichts des langen Leidens des Musterprofis seinen "persönlichen Helden".

(sid)
 
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