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Remis und Niederlage
Hrubesch sieht U21 trotz erfolgloser Härtetests auf Titelkurs

Horst Hrubesch sieht U21 trotz erfolgloser Härtetests auf Titelkurs
Horst Hrubsch war mit dem Auftritt seiner Mannschaft in England zufrieden. FOTO: dpa, bt kno
Zwei Spiele, kein Sieg, fünf Gegentore - aber viele wichtige Erkenntnisse: Trotz der unerfreulichen Bilanz der beiden EM-Härtetests wollte Horst Hrubesch nichts von einem Rückschritt der deutschen U21 auf dem Weg zur Euro-Endrunde wissen.

"2009 haben wir vor der Europameisterschaft 0:4 gegen Holland verloren, da hatte ich mehr zu erklären. Und danach sind wir Europameister geworden", sagte der DFB-Trainer.

Das 2:3 am Montag in England am Montag und das vorangegangene 2:2 gegen Italien haben dem 63-Jährigen zweieinhalb Monate vor dem Start der EM in Tschechien (17. bis 30. Juni) zwar nicht den erhofften Prestigesieg, sondern die erste Niederlage im achten Spiel der EM-Saison gebracht. Dennoch sieht sich Hrubesch in seinen Titelambitionen bestätigt.

"Jetzt können mir die Spieler endlich glauben, wenn ich sage, dass sie eine gute Mannschaft sind", sagte der DFB-Coach nach dem überzeugenden Auftritt in England: "Sie haben ein Level, mit dem sie auch auf diesem Niveau Spiele selbst bestimmen können."

Sieg war drin

Angesichts der zweimaligen Führung durch den Lauterer Philipp Hofmann (15./50.) wäre ein Sieg gegen die Young Lions durchaus möglich gewesen. Da Hrubesch statt auf Ergebnissicherung auf konsequente Offensiv-Taktik setzte, fing sich das DFB-Team gegen blitzgescheit konternde Engländer die Gegentreffer durch Jesse Lingard (34.), Nathan Redmond (79.) und James Ward-Prowse (82.) ein.

"Wir wären vielleicht gut beraten gewesen, nach dem 2:1 zwei Defensive reinzubringen, um das Spiel zu verwalten", sagte Hrubesch: "Aber das war nicht unser Ziel. Wir wollten gegen eine Topmannschaft 90 Minuten dominant auftreten. Dann entsteht eben hinten hier und da eine Lücke."

Dass der DFB-Nachwuchs über weite Strecken das Spiel beherrschte lag vor allem an Emre Can. Der Defensiv-Allrounder des FC Liverpool, dort als Rechtsverteidiger Stammkraft, war als Sechser Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels, hatte einen beachtlichen Aktionskreis. A-Nationalspieler Max Meyer, wie Can gegen Italien nicht dabei, blieb hingegen ungewöhnlich blass.

Neben Can und Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen, der bei den Gegentoren chancenlos war, ansonsten mit beeindruckenden Reflexen glänzte, ragte Doppeltorschütze Hofmann heraus. Mit bestechender Effizienz im Abschluss unterstrich der 1,95-m-Hüne in Abwesenheit des verletzten Kevin Volland seine Startelf-Ansprüche. "Dieser Tag wird mir ewig in Erinnerung bleiben", sagte Hofmann: "Wir fahren trotz der Niederlage mit einem guten Gefühl nach Hause."

Und damit beginnt vor allem für Hrubesch die eigentliche Arbeit auf dem Weg nach Tschechien. Denn bei allem Wettbewerbs-Charakter wollte er das Kräftemessen in England nicht als Generalprobe verstanden wissen. "Dann wäre ich schlecht beraten. Mir ging es darum, dass ich einigen Spielern mal zeige, was das für ein Niveau ist", sagt Hrubesch: "Die Generalprobe wird das erste EM-Spiel in Tschechien. Wir haben jetzt noch fast zehn Wochen Zeit."

Ende Mai zieht Hrubesch seinen EM-Kader im Trainingslager in Österreich zusammen. "Ich habe schon eine Vorstellung, wer dabei sein wird", sagt er. Rund 30 Spieler kommen in die engere Auswahl - potenzielle Überraschungsgäste wie die spielberechtigten Mario Götze und Julian Draxler nicht einmal eingerechnet. Ein Qualitätsproblem dürfte Hrubesch im Kampf um seinen zweiten EM-Titel nach 2009 nicht haben.

(sid)
 
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