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Halbfinale und Olympia im Blick
Horst Hrubesch und U21 haben noch viel vor

Bilder: Deutschland gewinnt 3:0 gegen Dänemark
Bilder: Deutschland gewinnt 3:0 gegen Dänemark FOTO: dpa, kne lof
Prag. Bei der deutschen U21 wächst nach dem starken 3:0 gegen Dänemark der Glaube an den EM-Titel. Ein Punkt fehlt noch zum Halbfinale und der Reise zu den Olympischen Spielen.

Matthias Ginter fühlte sich nach dem deutschen "Meilenstein" bei der U21-EM an das WM-Märchen vor genau einem Jahr erinnert. "Die Atmosphäre ist ähnlich. In Brasilien stand eine echte Mannschaft auf dem Platz, und hier ist das genauso", sagte der Fußball-Weltmeister nach dem starken 3:0 (1:0) der DFB-Junioren gegen Dänemark. Dann träumte Ginter ein wenig: "Jetzt hoffen wir alle, dass es hier ähnlich endet."

Die Chancen auf ein erneutes Sommermärchen stehen in Prag gar nicht so schlecht. Tore von Kevin Volland (32., 48.) und Ginter (53.) katapultierten das deutsche Team an die Tabellenspitze der Gruppe A, ein Punkt fehlt noch zum Halbfinale und dem begehrten Olympia-Ticket. "Das Ergebnis geht absolut in Ordnung, ich habe kaum etwas zu bemängeln", sagte Trainer Horst Hrubesch. Der Stotterstart beim 1:1 gegen Serbien? Längst abgehakt.

Lob von Hrubesch

"Wir wussten, dass wir mit einem Sieg einen Meilenstein setzen können", sagte Hrubesch. Ein Meilenstein, an dem auch der Trainer mit vier Änderungen in der Startelf großen Anteil hatte. Allen voran die Hereinnahme des künftigen Bayern-Profis Joshua Kimmich (RB Leipzig) belebte das Spiel merklich. Hrubesch scheint seine EM-Formation gefunden zu haben, auch wenn "bis zum Endspiel noch ein paar Partien kommen. Und da wollen wir schließlich hin."

Das sieht auch seine Mannschaft so. "Alle stehen hinter diesem einen Ziel. Die Qualität im Team ist hoch, und das ist das Gute", sagte Kapitän Volland (1899 Hoffenheim), der von der Außenbahn in die Sturmspitze gerückt war und dort überragte. Torhüter Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) sprach von einem "viel, viel, viel besseren Spiel" als noch drei Tage zuvor, Wirbelwind Amin Younes (Von Borussia Mönchengladbach an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen) glaubt: "Wir wissen jetzt, wo wir stehen."

"Will keine Auszeichnung, will den Titel"

Younes blieb zwar ohne Tor, überragte aber auf der linken Seite und narrte seine Gegenspieler fast im Minutentakt. Folgerichtig wurde der 1,68 m kleine Super-Techniker zum Spieler des Spiels gewählt, doch das interessierte ihn kaum. "Ich will keine Auszeichnung, ich will den Titel", sagte Younes, der mit Volland (1,79 m) und Leonardo Bittencourt (1,71 m) ein Extra-Lob vom Trainer erhielt. "Diese drei Kleinen vorne bei uns können Fußball spielen", sagte Hrubesch.

Den nächsten Beweis will das Team schon am Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) erbringen. Gegen Gastgeber Tschechien reicht in Prag ein Remis zum Einzug ins Halbfinale. "Wir wissen, was auf uns zukommt, das Stadion wird voll sein", sagte Hrubesch: "Aber das ist genau das, was wir als Fußballer wollen. Mehr Spaß gibt es doch gar nicht."

Sogar eine Niederlage würde bei einem gleichzeitigen Remis zwischen Serbien und Dänemark genügen, um den Traum von der Qualifikation für Olympia in Brasilien zu erfüllen. Rio, Maracana, Copacabana - Matthias Ginter würde sich dann wohl endgültig wie auf einer kleinen Zeitreise fühlen.

(sid)
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