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Berufung in DFB-Kader
Bundestrainer Löw erfüllt Lenos Traum

Porträt: Bernd Leno – Leverkusener Torwart-Juwel mit DFB-Ehren
Porträt: Bernd Leno – Leverkusener Torwart-Juwel mit DFB-Ehren FOTO: dpa, bt hak
Leverkusen. Der Fußball-Torhüter aus Leverkusen gehört im Endspurt der EM-Qualifikation erstmals zum A-Kader. Von Stefanie Sandmeier

Die Anwesenheit von Andreas Köpke beim Champions-League-Spiel hatte Hoffnungen geweckt. Der Torwart-Trainer der Nationalmannschaft war beim 1:2 der Leverkusener gegen den FC Barcelona vor Ort - und konnte sich im Camp Nou ein gutes Bild von Bernd Leno machen, der gegen das vielleicht weltbeste Team einen hervorragenden Eindruck hinterließ.

Dass auf der anderen Seite Marc-André ter Stegen im Tor stand, machte Köpkes Besuch umso interessanter. Beide Torhüter sind gleich alt, pflegen ein neutrales und bisweilen unterkühltes Verhältnis und sind seit der Jugend Rivalen im Kampf um den Stammplatz in diversen Auswahlteams. In den allermeisten Fällen - wie zuletzt bei der U21-EM – hatte Leno das Nachsehen. Nun gehört er erstmals zum ansonsten im Vergleich zu den September-Spielen (3:1 gegen Polen, 3:2 in Schottland) unveränderten Kader der A-Auswahl, in dem er Ron-Robert Zieler (Hannover) ersetzt.

Bundestrainer Joachim Löw gibt aber auch dem ehemaligen Mönchengladbacher ter Stegen eine weitere Chance, die nach den vergangenen, nicht immer fehlerfreien Wochen durchaus als Vertrauensbeweis zu verstehen ist.

Für Leno, seit seinem Wechsel im November 2011 Stammkeeper der Werkself, geht damit "ein Traum" in Erfüllung. "Es ist eine Ehre, im A-Team seines Landes dabeizusein. Ich genieße das, will mich zeigen und Gas geben", sagt der Schlussmann, der bereits am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Augsburg wieder gefordert sein wird.

Sein Trainer Roger Schmidt sieht in der Berücksichtigung für die EM-Qualifikationsspiele gegen Irland (8. Oktober) und Georgien (11.) eine Belohnung "für Bernds Entwicklung und Konstanz auf höchstem Niveau. Die Nominierung wird ihn beflügeln, seinen Weg weiterzugehen." Leno ist trotz seiner erst 23 Jahre eine feste Größe im Bayer-Team. Rudi Völler holte den damals 19-Jährigen seinerzeit als Ersatz für den verletzten René Adler vom VfB Stuttgart, wo er Stammkraft in der dritten Liga war. Mit 19 absolvierte Leno sein erstes Champions-League-Spiel, gegen Barcelona war es die 26. Partie. "Bernd hat überragende Reflexe, und ich schätze an ihm, dass er in hektischen Phasen Sicherheit ausstrahlt und den Überblick behält", lobte Schmidt bereits vor Monaten. Eine solche Abgeklärtheit ist für einen 23-Jährigen keine Selbstverständlichkeit. Allerdings hat Leno auch schon 140 Bundesligaspiele absolviert.

"Er hat sich diese Nominierung durch konstant gute Leistungen verdient. Genauso wie Marc-André ter Stegen steht er schon länger bei uns unter Beobachtung", erklärte Köpke. Das Rennen um die beiden Plätze hinter Manuel Neuer für die EM 2016 in Frankreich ist damit eröffnet. "Wir haben mehrere Kandidaten hinter Manuel Neuer im Blick", erklärt Köpke. Ein Punkt bei den Iren ist genug, um die Qualifikation für die Endrunde perfekt zu machen. Womöglich erhält Leno gegen Georgien seine Chance.

Quelle: RP
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