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Länderspiel-Klassiker gegen England und Italien
Löw beruft erstmals Bayers Tah – Kimmich muss warten

Porträt : Jonathan Tah: Das deutsche Abwehrtalent
Porträt : Jonathan Tah: Das deutsche Abwehrtalent FOTO: Twitter Bayer Leverkusen
München. Noch keine Experimente! Bundestrainer Joachim Löw setzt zum Auftakt des EM-Jahres weitgehend auf sein Stammpersonal um Kapitän Bastian Schweinsteiger - und auf Jonathan Tah. Der 20-jährige Innenverteidiger von Bayer Leverkusen steht in Abwesenheit der verletzten Weltmeister Jerome Boateng und Benedikt Höwedes als einziger Debütant in Löws 27 Mann starkem Kader für die Länderspielklassiker gegen England in Berlin (26. März/20.45, Live-Ticker) und Italien in München (29. März/20.45, Live-Ticker).

Löw nahm seine Mannschaft vor den Duellen mit den "Mitfavoriten auf den EM-Titel" in die Pflicht: "Wichtig ist uns, den Spielern jetzt noch mal ganz gezielt zu vermitteln, was wir mit Blick auf die Europameisterschaft von ihnen erwarten. Was wir sehen wollen in den nächsten Wochen - im Training und in den Spielen. Deshalb haben wir einen so großen Kader nominiert." Sein endgültiges, nur 23 Namen umfassendes Aufgebot für die Euro (10. Juni bis 10. Juli) in Frankreich muss Löw am 31. Mai bei der Uefa melden – zwei Tage nach dem vorletzten Test in Augsburg gegen die Slowakei.

In Tah sieht Löw angesichts der aktuelle Ausfälle "eine weitere Option für die Defensive". Der gebürtige Hamburger ivorischer Abstammung sei "zuletzt mehrfach beobachtet" worden. "Wir sind nun gespannt darauf, wie er sich in unserem Kreis präsentiert", sagte Löw.

Angeführt wird das überraschend große Aufgebot vom genesenen Spielführer Schweinsteiger. "Als Kapitän wollte Bastian unbedingt dabei sein, diese Einstellung ist vorbildlich", betonte Löw: "Bastian ist ein absoluter Leader, er geht voran." Auf den England-Legionär warteten gegen die Three Lions und seiner früheren Heimat München "spezielle Spiele".

Neben Mario Gomez gehören auch die Rückkehrer Mario Götze, Toni Kroos, Mesut Özil und Marco Reus wieder dem Kader an. Das Quartett hatte beim von den Terror-Anschlägen in Paris überschatteten Jahresabschluss gegen Frankreich (0:2) gefehlt. Nicht dabei ist erwartungsgemäß der noch angeschlagene Dortmunder Ilkay Gündogan (Schlag auf den Fuß).

Löw verzichtet auf Weltmeister Ron-Robert Zieler (Hannover 96), obwohl er vier Torhüter berief. Neben Stammkeeper Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen sind in Bernd Leno und Kevin Trapp zwei weitere Spieler ohne Länderspieleinsatz dabei.

Etwas überraschend stehen außer Tah keine weiteren Youngster im Kader. Leroy Sané, Joshua Kimmich, Julian Weigl oder Mitchell Weiser sind allesamt für die EM-Quali der U21-Auswahl vorgesehen. "Das heißt aber nicht, dass Spieler, die jetzt nicht dabei sind, abgeschrieben sind", betonte Löw: "Im Gegenteil, wir haben besonders einige jüngere Spieler weiterhin im Fokus."

Das deutsche Aufgebot:

Tor: 1 Manuel Neuer (Bayern München), 12 Bernd Leno (Bayer Leverkusen), 22 Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), 26 Kevin Trapp (Paris St. Germain)

Abwehr: 14 Emre Can (FC Liverpool), 15 Matthias Ginter (Borussia Dortmund), 3 Jonas Hector (1. FC Köln), 5 Mats Hummels (Borussia Dortmund), 2 Shkodran Mustafi (FC Valencia), 16 Antonio Rüdiger (AS Rom), 4 Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim), 25 Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

Mittelfeld/Angriff: 24 Karim Bellarabi (Bayer Leverkusen), 21 Julian Draxler (VfL Wolfsburg), 23 Mario Gomez (Besiktas Istanbul), 19 Mario Götze (Bayern München), 6 Sami Khedira (Juventus Turin), 20 Christoph Kramer (Bayer Leverkusen), 18 Toni Kroos (Real Madrid), 17 Max Kruse (VfL Wolfsburg), 13 Thomas Müller (Bayern München), 8 Mesut Özil (FC Arsenal), 10 Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul), 11 Marco Reus (Borussia Dortmund), 9 André Schürrle (VfL Wolfsburg), 7 Bastian Schweinsteiger (Manchester United), 27 Kevin Volland (1899 Hoffenheim)

(seeg/sid)
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